Aktualisiert am 3. Januar 2026 von Antje Tomfohrde
Auch in diesem Jahr ist die Zeit förmlich geflogen und das Jahresende ist nah. Grund genug, einen Moment auf „Pause“ zu drücken und auf die vergangenen zwölf Monate zurückzublicken.
In diesem Jahr gab es nicht nur viele gute Bücher, sondern auch viele Bücher, die mir so richtig gut gefallen haben. Da war einiges an Gegenwartsliteratur und Sachbüchern, was mich begeistert hat und auch wieder ein paar Bücher zu Kommunikation, Marketing und zum Digitalen Marketing.
Einige Verlage, die ich bislang noch nicht kannte, habe ich auf der Leipziger Buchmesse entdeckt und natürlich gehe ich auch auf meine weiteren Lesehighlights 2025 ein, wie zum Beispiel Lesungen, Buddyreads, News zum Die Bücherstaplerinnen Podcast und einiges mehr.
Inhaltsverzeichnis Lesehighlights 2025
Meine liebsten Romane 2025
Wie schon geschrieben gab es in diesem Jahr viele richtig gute Bücher für mich, die die mir am allerbesten gefallen haben, stelle ich hier kurz vor. Bei den Titeln, bei denen es schon eine längere Rezension gibt, findest du einen Link.

Anett sitzt vertieft in ihre Arbeit, als sie den Anruf erhält, dass ihre Tochter Linn nach einem Schwächeanfall in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Sie holt ihr erwachsenes Kind zu sich, wo sie sich erstmal ausruhen kann. Doch aus einer Woche wird mehr und es beginnt eine Zeit, in der sich beide Frauen mit ihrem Leben auseinandersetzen. Linn ist ausgebrannt von ihrem Einsatz gegen die Klimakrise und bei Anett setzt durch den Wiedereinzug von Linn ein Nachdenken über ihr bisheriges Leben und ihre Zukunft ein. Die Mutter-Tochter-Beziehung bekommt Risse, unterschwellige Konflikte und Fragen von Linn kommen ans Tageslicht.
Kristine Bilkau verstärkt die Geschichte mit Hilfe der Landschaft – auch im Watt tauchen immer wieder Fragmente aus einer vergessenen Zeit auf und gleichzeitig gibt es Neues. Auf den Punkt formulierte Sätze lassen die Lesenden teilhaben an der Gedankenwelt von Anett, die die Erzählerin des Buches ist. Die Ängste als alleinerziehende Mutter, der Verlust des Partners und das Aufsichgestelltsein werden fühlbar, so man sich denn auf diese ruhigen, tiefgehenden Sätze einlässt. Ich war vom ersten Satz in der Geschichte und war wieder einmal begeistert von der Wortkunst der Autorin, die mit wenigen Wörtern viel beschreiben kann. Sie erzählt nicht nur eine Mutter-Tochter-Geschichte, sondern versetzt sich auch in das Gefühl der Klimaaktivist*innen, die am Weiter-so der Mehrheit verzweifelt. Nicht nur Linn steht an einem Wendepunkt im Leben, sondern auch ihre Mutter Anett, die überlegt, wie sie die zweite Hälfte ihres Lebens verbringen möchte. Als dies kombiniert Kristine Bilkau in der für sie typischen Art zu schreiben zu einer dicht erzählten Geschichte. Ich bin begeistert und mehr zum Buch findest du hier. Kristine Bilkau ist einfach eine meiner Lieblingsautorinnen.

„Geht so“ von Beatriz Serrano ist ein weiteres meiner Lesehighlights 2025. Übersetzt hat es Christiane Quandt und es wurde von einer wirklich witzigen Marketing Kampagne begleitet, die das Motiv des Buches immer wieder auf verschiedene Art und Weise aufgegriffen hat.
Marisa geht es von außen betrachtet gut. Sie arbeitet in einer Madrider Marketing Werbeagentur, verdient so gut, dass sie sich ein kleines Appartement mit Dachterrasse und Einkäufe in der Delikatessenabteilung leisten kann. Allerdings langweilt sie ihr Job zu Tode. Sinnlose Meetings und Gespräche mit ihren Kolleg*innen erträgt sie nur mit Hilfe von Beruhigungsmitteln und dem Schauen sinnbefreiter YouTube-Videos.
Dies alles wird noch getoppt durch das Teambuilding Event für Führungskräfte, an dem sie nicht nur teilnehmen, sondern für das sie auch einen Beitrag vorbereiten muss. Ob es eine gute Idee von ihr ist, verschiedene Drogen mit zu der Veranstaltung zu nehmen, um ihre Angstzustände zu bekämpfen, steht auf einem anderen Blatt.
Beatriz Serrano gelingt es in diesem Buch ihre Leser*innen gleichzeitig zum Lachen zu bringen und parallel dazu, dass ihnen dieses Lachen im Halse stecken bleibt. Auf der einen Seite beschreibt sie die ewig gleichen Tagesabläufe, unnötige Meetings und unwichtige Absprachen und den Kampf um die Pole Position auf der Aufmerksamkeitsskala der Chefetage so witzig und bissig, dass man sich kugeln könnte, um auf der anderen Seite die tiefe Traurigkeit und Verzweiflung der jungen Frau zu spüren. Gefangen in einem sinnlosen Job, in dem nur der schöne Schein zählt, ist Marisa zu schwach, um etwas daran zu ändern. Sie ist ausgebrannt vor lauter Langeweile, etwas das es in vielen Jobs gibt. Sie erledigt langweilige Aufgaben und hat nichts, mit dem sie wirklich etwas erreichen kann, ein Phänomen unserer Zeit.

Mit „Kirschholz und alte Gefühle“ habe ich zum ersten Mal ein Buch von Marica Bodrožić gelesen und war hin und weg von ihrer Art zu schreiben.
Arjeta ist umgezogen und packt ihre Kartons aus. Soweit, so gut und völlig normal. Doch Arjeta packt nicht nur Umzugskartons aus, sondern auch ihr Leben. Sie sitzt am Kirschholztisch ihrer Großmutter in der neuen Wohnung und breitet mit den alten Fotos und Tagebüchern ihre Vergangenheit vor sich aus und erinnert sich an die einzelnen Stationen. Eine glückliche Kindheit in Sarajewo mit Urlauben bei der Oma in Istrien am Meer, plötzlich beendet durch den Jugoslawienkrieg und den Tod ihrer Brüder. Das Studium in Paris, die Freundschaft zu Hiromi und Nadeschda und ihre Liebesbeziehung zu dem Maler Arik, dem zuviel Nähe zu viel war und ihre Aussetzer, durch die sie kleine Erinnerungslücken hat. Diesen Geschehnissen spürt sie nach und bringt sie für sich in einen größeren Zusammenhang. Sie setzt im Rückblick die einzelnen Fragmente zusammen, versteht und heilt dadurch. Marica Bodrožić gelingt es, den Krieg, all die Trauer, das Gefühl des Nicht-Angekommen-Seins und all diese unsortierten Gefühle nicht nur zu beschreiben, sondern mit einer geradezu poetischen Sprache zu erzählen. Wenn man das Buch liest, begleitet man Arjeta durch Paris und Berlin und ist ganz dabei, nicht außen vor. Ein wunderbares Buch! gelingt es, den Krieg, all die Trauer, das Gefühl des Nicht-Angekommen-Seins und all diese unsortierten Gefühle nicht nur zu beschreiben, sondern mit einer geradezu poetischen Sprache zu erzählen. Wenn man das Buch liest, begleitet man Arjeta durch Paris und Berlin und ist ganz dabei, nicht außen vor. Ein wunderbares Buch!

„Drei Sommer lang Paris“ von Patricia Holland Moritz ist ein weiteres Buch, das mir in diesem Jahr besonders gut gefallen hat, zumal ich es passenderweise in Paris gelesen habe.
Es ist der Juli im Sommer 1989, in dem sich die 21-jährige Ulrike mit ihrer Kamera, ihren vielfach gelesenen Büchern über Paris und ein paar weiteren Habseligkeiten in den Zug nach Paris setzt, um dort ein neues Leben zu beginnen.
Ulrike wollte raus aus der DDR in ihre Traumstadt und so fährt sie los ohne einen Pieps Französisch sprechen zu können. Patricia Holland Moritz lässt uns Lesende die junge Frau begleiten. Wir entdecken mit ihr die Stadt, lernen mit ihr Französisch und treffen interessante Menschen. Wir begleiten sie dabei, sich dort als Einwanderin ein neues Leben aufzubauen und erwachsen zu werden.
Ulrike ist eine gute Beobachterin, die nicht nur Momentaufnahmen mit ihrer Kamera macht, sondern auch ihre Umwelt und sich gut und klar analysiert und beschreibt. Es ist eine junge Frau voller Träume, die jedoch den Verfall ihres Landes und das, was es war, ganz deutlich sieht. Sie wächst in dieser Zeit und findet sich selbst und das war für mich sehr schön, konnte ich durch sie noch einmal diese Aufbruchsstimmung dieser Zeit fühlen.

„Blaues Wunder“ von Anne Freytag steht für mich in diesem Jahr für gute spannende Unterhaltung.
Drei Paare auf einer Luxusyacht unterwegs in den Philippinen. Was sich nach unendlichem Spaß anhört, ist das Gegenteil. Zwei der Paare sind unfreiwillig mit auf diesen Trip gekommen, Walter hat die bei ihm angestellten Männer und ihre Frauen dazu eingeladen, denn es steht eine Entscheidung an. Welche das ist, verrate ich natürlich nicht. Außer den drei Paaren ist der erwachsene Sohn des Gastgebers und seine Frau Rachel mit an Bord. Auch über seine Rolle im Buch werde ich nichts erzählen. Anne Freytag erzählt die Geschichte aus den Perspektiven der Frauen, die, zum schönen Beiwerk der Männer seit ihrer Hochzeit degradiert, besonders gute Beobachterinnen sind. Jedes Paar hat zusätzlich zum Haupterzählstrang eigene Schwierigkeiten, die auf einer solchen Reise weitab von zuhause und den alltäglichen Ablenkungen viel intensiver zu Tage kommen und durchdacht werden können. Von Seite zu Seite steigt die An- und Spannung. Es ist ein Kammerspiel auf hoher See und für mich DIE Empfehlung für ein Urlaubsbuch. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen und es war spannende Unterhaltung von der ersten bis zur letzten Seite!
Ein besonderes Highlight war der Besuch von Anne Freytag bei Valerie und mir im Die Bücherstaplerinnen Podcast.

Mit „Schnittlinie“ von Carolina Pihelgas habe ich einen ersten Schritt Richtung estnische Literatur getan und bin gespannt, welche Autor*innen es dort noch so gibt. Falls du Tipps hast, lass gerne einen Kommentar da.
Liine zieht nach einer langen toxischen Beziehung aufs Land, in ein altes Bauerhaus ihrer Familie, wo sie in ihrer Kindheit viel Zeit verbracht hat. Sie will zur Ruhe kommen, ihre inneren Wunden heilen und ihr Leben neu sortieren.
Die Ruhe kann an diesem Ort nur innerlich gefunden werden, ist doch ein Militärübungsgelände direkt in der Nähe und gibt Liine an manchen Tagen das Gefühl, in einem Kriegsgebiet zu sein.
Sie schafft es trotzdem, sich mit sich selbst, ihrer Beziehung und auch der Beziehung zu ihrer Mutter zu beschäftigen und aufzuarbeiten. Einsamkeit ist ein großes Thema in Liines Leben und nicht als die gesehen zu werden, die sie ist. Das wird besonders klar, als ihre Mutter sie besucht. Auch da liegt einiges im Argen.
Im Laufe des Sommers beschäftigt sich Liine nicht nur mit sich selbst, sondern auch den Menschen, die früher in dem Bauernhaus gewohnt haben. Es ist nicht nur eine Geschichte in der Geschichte, sondern steht sinnbildlich für ihre Innenreise.
Carolina Pihelgas erzählt außergewöhnlich dicht, präzise und doch poetisch auf nur 133 Seiten von der inneren Reise zur Heilung. Ein ganz feines Buch genau nach meinem Geschmack!
Übersetzt hat es Maximilian Murmann.

„Fabula Rasa“ ist der Titel des sehnsüchtig von mir erwarteten Buchs von Vea Kaiser und das Warten hat sich gelohnt!
Die Autorin nimmt uns mit in die mondäne Welt eines Wiener Grand Hotels. Es geht allerdings nicht um die Schönen und Reichen, die dort absteigen, sondern um Angelika Moser, die in den 80er Jahren als junge Frau dort als Buchhalterin beginnt und es zur Abteilungsleiterin bringt.
Doch nicht nur das gelingt ihr. Sie schafft es auch, dank ihrer buchhalterischen Kenntnisse einen „Kredit“ bei ihrem Arbeitgeber aufzunehmen, um ihren Sohn als alleinerziehende Mutter aufzuziehen, ohne dass es ihm an etwas mangelt. Die kreative Buchführung setzt sie nicht nur für sich selbst ein, sondern auch für ihre Arbeitgeber, so dass lange Zeit nichts bemerkt wird und Angelika sich neben ihrem Sohn auch um die anderen Baustellen in ihrem Leben kümmern kann: ihre demente Mutter, ihre drogensüchtige Freundin Ingi und natürlich die Liebe mit Höhen und Tiefen.
Eine reale Geschichte diente als Vorlage für dieses Buch und Vea Kaiser ist es gelungen, einen gut unterhaltenden Roman zu schreiben, der zwischendurch nicht nur in die Abgründe des menschlichen Zusammenlebens dringt, sondern auch zeigt, was für eine Leistung Angelika erbracht hat, es zur damaligen Zeit zur Abteilungsleiterin zu bringen, dazu noch als alleinerziehende Mutter.
Angelika geht gerne feiern und da ich auch in den 80ern jung war, kam mir vieles in Bezug auf Musik und den Party-Vibes bekannt vor. Und da die Zeit voranschreitend, leben einige Dekaden wieder auf in meinen Gedanken, was ein zusätzliches Plus des Buches für mich ist. Und auch sprachlich ist es wieder auf den Punkt, ich mag die Art, wie Vea Kaiser ihre Geschichten erzählt – einfach gute Unterhaltung!

„freischwimmen“ von Caleb Azumah Nelson stand schon eine ganze Weile bei mir ungelesen im Regal und ich frage mich, warum ich es nicht schon viel früher gelesen habe. Es spielt in London und erzählt nicht nur die Liebesgeschichte zweier junger Menschen, sondern erzählt auch vom Gesehen-Werden und vom Leben zweier Schwarzer in London. Die Geschichte und die Erzählstimme Caleb Azumah Nelsons hat mich begeistert.
Es wurde von Nicolai von Schweder-Schreiner übersetzt und erschien beim Kampa Verlag.

Auch „Eine Liebe“ von Sara Mesa lag recht lange auf dem Stapel der ungelesenen Bücher und konnte mich dann Anfang des Jahres so richtig begeistern.
Die spanische Autorin erzählt die Geschichte von Nat, die einen Neuanfang irgendwo in Spanien auf dem Land versucht.
Doch von Anfang an merkt man, dass es nicht gut läuft. La Escapa, der Ort, in den es sie verschlagen hat, ist ein kleines, nichtssagendes Dorf mit verschlossenen Menschen. Das Haus, das Nat gemietet hat, ist eine Bruchbude, der Vermieter ein unangenehmer Zeitgenosse und selbst der Hund, den ihr der Vermieter besorgt, ist nicht das, was Nat sich erhofft hat.
Aber sie beginnt damit, ihr Haus ansehnlicher zu machen, den Garten zu bepflanzen und das Zutrauen des Hundes zu gewinnen. Mit ihrem neuen Job als Literaturübersetzerin ist sie von Anfang an überfordert und bei einem Starkregen stellt sie fest, dass das Dach undicht ist. Da der Vermieter die Reparatur für überflüssig hält, lässt sie sich auf einen Handel ein. Dies wird einschneidend für ihr weiteres Leben.
Es ist eine Geschichte von Besessenheit, Unsicherheit, Einsamkeit und den menschlichen Abgründen, die sich schon im alltäglichen Zusammenleben finden. Sara Mesa schafft es, all dies in geradezu kargen Sätzen zu beschreiben, die zur Landschaft und den Dorfbewohnern passen.
Übersetzt hat das Buch Peter Kultzen. Mit „Die Familie“ habe ich dann gleich noch ein weiteres Buch der Autorin gelesen.

„Birkenschwester“ von Caro Van Thyne habe ich in Vorbereitung auf die Folge des Die Bücherstaplerinnen Podcasts mit der Übersetzerin Lisa Mensing gelesen und es hat sich gelohnt.
Es ist ein Buch, in dem es ums Trauern, der Beziehung zweier Schwestern und um eine Liebesbeziehung geht. Das Ganze hat Caro Van Thyne in außergewöhnlich schöne Worte gegossen und so begleiten wir als Leser*innen Mari auf ihrer Wanderung den Fluss entlang und auf dem Weg, sich von ihren Schmerzen frei zu wandern.

Es gibt so Bücher, da weiß ich, das ist genau meins. So ein Buch ist „Die Unbußfertigen“ von Elina Penner.
Zehn Menschen folgen einer Einladung in ein abgelegenes Herrenhaus. Drei von ihnen sind Influencerinnen, eine hat den geilsten Arsch, eine ist eine Mom-Fluencerin und die dritte eine Art Wahrsagerin. Auch die sieben anderen – männlichen – Eingeladenen haben einen gewissen Internetruhm erlangt. Die App Haimlik hat alle mit dem Ranking 10 versehen. Kaum eingezogen, verschwindet jedoch einer nach dem anderen. Es hat auf den ersten Blick etwas von „Big Brother“, geht jedoch viel tiefer und hält uns allen einen ziemlich großen Spiegel vor und ist dabei unglaublich witzig.

Das ungewöhnlichste Buch des Jahres kam für mich von Ulrike Draesner. Mit „penelopes sch()iff“ hat sie die Odyssee nach Odysseus Heimkehr weitererzählt aus der Sicht von Penelope. Sie hat nicht einfach einen Roman erzählt, sondern die Geschichte von Penelope, ihren Töchtern und Sklavinnen in Versform gepackt und ihr einen modernen Anstrich verpasst. Ganz großartig!
Meine liebsten Sachbücher 2025
Nicht nur Romane haben mich in diesem Jahr erfreut, es gab auch wieder richtig gute Sachbücher, die meinen Horizont erweitert haben. Die, die mir besonders haften geblieben sind, stelle ich hier kurz vor – Lesehighlights 2025 in der Sachbuch-Edition.

Den Anfang macht „Toxisch reich“ von Sebastian Klein, erschienen im oekom Verlag. Es geht darum, warum extremer Reichtum unsere Demokratie gefährdet und wie Reichtum und Armut zusammenhängen. Aber es gibt nicht nur Analysen, sondern auch Lösungswege und ist ein Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte, der sich intensiver mit den Problemen unserer Gesellschaft näher beschäftigen möchte.

Katja Diehl und Mario Sixtus haben mit „Picknick auf der Autobahn“ ein Buch über unsere mögliche zukünftige Mobilität geschrieben. Ihr Ansatz dabei ist, eine Realutopie vorzustellen und diese dann anhand der vorliegenden Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnisse auf Machbarkeit zu checken. Und es ist ganz schön viel machbar und macht Lust auf eine menschengerechtere Mobilität. Das Buch ist bei S. Fischer erschienen.

Es gibt viele Bücher über die Wechseljahre und ich habe so einige davon gelesen. „Das Gehirn in der Menopause“ von Dr. Lisa Mosconi beschreibt nicht nur Symptome, sondern geht auf die hormonellen Veränderungen ein und was sie bedeuten und warum das Gehirn dabei die Hauptrolle spielt. Es werden viele Dinge angesprochen, aber vor allem zeigt es auch, was Frauen tun können, um die Wechseljahre nicht nur gut durchstehen zu können, sondern auch Kraft daraus schöpfen können. Außerdem ist es wirklich gut und auch unterhaltsam geschrieben, was nicht zuletzt der Übersetzung von Johanna Wais zu verdanken ist. Es ist bei dtv erschienen.

„Auf Achse“ von Johannes Müller-Salo beschäftigt sich mit Arbeit, Wohnen und der Zukunft der Mobilität, passt also super zu „Picknick auf der Autobahn“. Der Fokus liegt in diesem Buch auf dem Pendeln und wie es unseren Alltag prägt und wie wir unsere tägliche Mobilität für die Zukunft neu denken müssen, um die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen. Mir hat die Sicht auf diesen Teil unserer Mobilität gut gefallen, da ich mir über das heutige Pendeln und wie es entstand noch nicht allzu viele Gedanken gemacht habe, außer in Form des Schimpfens über den Stau auf der A45, wenn ich nach Dortmund zur Arbeit fahre und dass es keine gute ÖPNV-Verbindung von meinem Wohnort dorthin gibt. Es geht nicht nur um unsere Mobilität, sondern auch um das zukünftige Zusammenleben und welche Auswirkungen eine andere Mobilität auch auf sogenannte Schlafstädte und Dörfer haben kann, um sie wiederzubeleben. Alles in allem sehr lesenswert und inspirierend!

„Dunkelheit“ von Lisa-Viktoria Niederberger habe ich in Leipzig auf der Buchmesse entdeckt und ich hätte es am liebsten sofort vor Ort gelesen, so sehr interessiert mich dieses Thema. Wie wichtig nächtliche Dunkelheit ist, wird vermutlich jede*r von uns schon einmal gemerkt haben, wenn das Licht einer Straßenlaterne durchgängig ins Zimmer schien und eine Verdunklung nicht möglich war. So wie dieses Zuviel an Licht unseren menschlichen Schlaf stört, bedroht es auch das Leben zahlreicher nachtaktiver Arten. Auf all dies geht die Autorin ein und sie belässt es nicht dabei, sondern schreibt kleine Realutopien, um zu verdeutlichen, wie es besser laufen könnte mit uns und der Dunkelheit.

„Am Kipppunkt“ befinden wir uns gerade, was die Klimakrise angeht und es wirkt so, als ob wir in einer schlimmen Version des Films „Don’t look up“ leben würden. Wir ignorieren die Anzeichen der drohenden Katastrophe weg, anstatt etwas gegen die Erderwärmung zu tun. Benjamin von Brackel und Toral Staud machen das nicht, sondern schauen genau hin und erklären erst einmal, was Kipppunkte beim Klima sind, was passiert, wenn sie überschritten werden und was wir tun können, um das noch zu verhindern, also wie wir sogenannte positive Kipppunkte erreichen können. Für mich ein Must-Read in diesem Jahr und darüber hinaus.

„Hallo Kopenhagen“ aus dem Ankerwechsel Verlag hat mich im Sommer in die dänische Hauptstadt begleitet und löst jedes Mal, wenn ich es durchblättere Sehnsucht aus. Es ist ein wenig anders als die klassischen Reiseführer und hat einen Fokus auf den einzelnen Stadtteilen mit ihrer Kunst- und Ausgehszene und als i-Tüpfelchen ein Literatur-Special, in dem dänische Literatur vorgestellt wird. Die Texte werden von schönen Fotos begleitet, so dass auch für nach der Reise etwas zu gucken bleibt. Mein Tipp für eine buchige Reisebegleitung nach Kopenhagen.

„Macht Marke“ von Lucas von Gwinner und Dirk von Gehlen verspricht, eine alltagstaugliche Einführung in das wirkmächtige Werkzeug Marke zu sein und hält dieses Versprechen. Es liefert einen Rundumblick auf das Thema Markenbildung und gibt viele praxisorientierte Tipps. Zusätzlich ist es einfach eine Freude, durch dieses Buch zu blättern – es ist einfach schön!
Meine Highlights rund ums Lesen 2025
Auch in diesem Jahr gab es wieder ein paar außergewöhnliche Erlebnisse rund ums Lesen. Es gab wieder tolle Buddyreads, schöne Lesungen und Begegnungen und auch beim Die Bücherstaplerinnen Podcast gab es einige Highlights und eine nicht leichte Entscheidung.
Buddyreads
Sechs Bücher habe ich gemeinsam mit anderen netten Buchbloggerinnen gelesen:
- Das Jahr startete mit „Die Gewitterschwimmerin“ von Franziska Hauser, das ich gemeinsam mit Michaela Frankenberger gelesen habe.
- „Das kunstseidene Mädchen“ von Irmgard Keun habe ich mit Gisela Wehrl gelesen.
- „Das flüssige Land“ von Raphaela Edelbauer hat Jacqueline Römer gemeinsam mit mir gelesen.
- „Über alte Wege“ von Mathijs Deen, übersetzt von Andreas Ecke, habe ich mit Elli Lonnemann gelesen.
- Zum „Gratisessen für Millionäre“ hat Mirjam mich begleitet.
- „Kairos“ von Jenny Erpenbeck hätte ich ohne Eva und Annie vermutlich nicht zu Ende gelesen, so heftig fand ich es.
- „Roman eines Schicksallosen“ von Imre Kertész, übersetzt von Christina Viragh, lese ich zum Jahresende mit Michaela Frankenberger, was mich sehr freut, hat das Lesejahr doch auch mit Michaela begonnen.
Vielen Dank an euch, die ihr mich bei diesen Bücher begleitet habt! Diese Art des Austauschs ist für mich sehr wertvoll und intensiv und ich freue mich, mit euch so gute Gesprächspartnerinnen gefunden zu haben!
LBM 2025
Zu meinen Lesehighlights 2025 gehört auf jeden Fall auch mein erster Besuch der Leipziger Buchmesse!
Es war rappelvoll, neben Bookies liefen einem Klingonen, Romulanerinnen, Hobbits, Elben, Elfen, Drachen und viele weitere Wesen über den Weg, so dass mir fast die Messe-Pommes vor lauter Staunen aus dem Mund gefallen wären.
Aber ich habe nicht nur Phantasiewesen getroffen, sondern auch Gisela Wehrl und Maria Steinberg vom Blog Du bist großartig und noch einige weitere tolle Menschen und Blogger*innen-Treffen, zum Beispiel vom Diogenes und Wagenbach Verlag, um einmal zwei zu nennen. Ich habe Verlage entdeckt, die ich so noch nicht kannte, wie die Edition Fototapeta und den verlag hermann schmidt, der ganz wunderbare Bücher für Menschen aus der Kreativwirtschaft macht!
Mir taten am Freitag die Füße so unglaublich weh, dass ich die Lesung von Till Raether verpasst habe und ich einfach nur noch auf dem Bett liegen konnte. Und trotzdem war es schön!



Lesungen & Veranstaltungen
In der Buchhandlung manulit war ich auf einer Lesung von Beatriz Serrano zu ihrem Buch und ich war ganz begeistert von der Autorin und der Buchhandlung. Und – was mich sehr gefreut hat, ich habe das erste Mal Uwe Kalkowski, den Kaffeehaussitzer, getroffen, auch definitiv ein Highlight, da sein Blog Kaffeehaussitzer eines meiner Lieblingsblogs ist und ich seine Buchempfehlungen sehr schätze.

Auf Lesungen von Kristine Bilkau zu „Halbinsel“ war ich gleich dreimal, einmal auf der LBM, in Mönchengladbach mit Mareike Lüken und einmal in Düsseldorf beim Lit.festival vom Local.bookshop. Ich behaupte mal, dass ich das Buch wirklich sehr gut fand 😉

Was ich auch immer wieder schön finde, sind Online-Vorschauen verschiedener Verlage wie dem Dumont Verlag, Diogenes oder Aufbau Verlage. So kommt die große Buchwelt dann auch ins kleine Hohenlimburg, auch wenn die Buchhandlung vor Ort auch sehr aktiv ist und ich mich immer wieder auf die Buchvorstellungsabende freue.
Die Bücherstaplerinnen Podcast
Valerie und ich hatten wieder ganz wunderbare Gäste im Podcast zu Gast: die Übersetzerin Lisa Mensing hat uns besucht und über ihre Arbeit gesprochen, die Autorin Anne Freytag hat mit uns über ihr Buch „Blaues Wunder“ geredet, Stefanie Ludes hat aus dem Kochtopf geplaudert und uns erzählt, wie sie Kochbücher rezensiert, Nathalie Klüwer und Vera Zischke waren zu Besuch und Lars Claßen, einer der Gründer des Kjona Verlags war bei uns und hat berichtet, wie so eine Verlagsgründung abläuft, ein ganz wunderbares Podcast-Jahr liegt hinter uns!
Und weil es so schön war, haben wir uns an die Regel gehalten, dass man aufhören soll, wenn es am schönsten ist und sagen Bye-bye. Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, aber es war an der Zeit. Es wird weiterhin Buchiges von uns geben, Valerie hat einen neuen Bücher-Podcast, den Die Büchersammlerin-Podcast, und ich werde mich wieder mehr aufs Buchbloggen und auf Social Media konzentrieren und freue mich natürlich, wenn du hier weiterhin mitliest, kommentierst und dich mit mir auf Social Media über Bücher austauscht. Und hier kannst du dich gerne noch einmal durch unsere Die Bücherstaplerinnen Podcast Folgen durchhören, danke fürs Zuhören!

Ausblick auf 2026
Wie an jedem Jahresende habe ich Pläne fürs kommende Jahr gemacht und für 2026 habe ich mir vorgenommen, jeden Monat ein Buch von Jasper Fforde zu lesen, wieder regelmäßig Fremdsprachiges (Englisch, Französisch, Spanisch und Niederländisch) zu lesen, um in den Sprachen zu bleiben und natürlich auch wieder mehr zu bloggen, das habe ich in den vergangenen Jahren nicht so intensiv gemacht, wie ich es wollte.
Und natürlich liegt der Stapel für die #12für2026 Instagram Challenge bereit, ich bin gespannt, ob ich es in diesem Jahr mal wieder schaffe, alle zwölf Bücher zu lesen – die Lesevorfreude ist zumindest da.

Ein paar Buddyreads sind schon fest eingeplant und ich habe mir aus den Frühjahrsvorschauen so einiges herausgesucht, vielleicht ist ja auch etwas für dich dabei, neben ganz vielen Büchern freue ich mich besonders auf:
- „Pina fällt aus“ von Vera Zischke wird bei List erscheinen
- „Feuer in der Kehle“ von Beatriz Serrano (übersetzt von Christiane Quandt) wird bei Eichborn erscheinen
- „Schleifen“ von Elias Hirschl wird vom Zsolnay Verlag herausgebracht
- „Schwimmen / Schweben“ von Jacqueline Scheiber erscheint bei Leykam
- Franziska Hauser veröffentlicht „Am Ende der Kleinigkeiten“ bei der Frankfurter Verlagsanstalt
- Regina Denk hat mit „Der Fährmann“ bei Droemer einen neuen Roman geschrieben
- Anne Freytags Buch „Laute Nächte“ wird bei Kampa erscheinen
Es gibt noch weitere Bücher, die ich mir für das kommende Jahr herausgesucht habe, du findest meine Vorauswahl bei Instagram auf meinem Account.
Auf jeden Fall freue ich mich auf ein schönes Lesejahr 2026 und hoffe und wünsche uns allen, dass es ein wirklich gutes Jahr wird!
Was waren deine Lesehighlights 2025? Schreib es gerne in die Kommentare, ich freue mich immer über Buchempfehlungen!
Meine Lesehighlights aus den vergangenen Jahren findest du hier zum Nachlesen: 2024, 2023 und 2022.

Liebe Antje,
vielen Dank für drei wunderbare Podcast-Jahre und dass du mich so nett in die Buchbubble und #bookstagram eingeführt hast. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal einen Buchpodcast launchen würde und wir hatten tolle Gästinnen. Ich denke auch gerne zurück an die Gespräche mit Lisa Mensing, Lars vom Kjona Verlag, Anne Freytag, Vera Zischke, Nathalie Klüwer oder Mareike Lüken.
Durch unsere Sendung bin ich auch wieder zum Lesen gekommen, denn das hatte ich durch Veränderungen in meinem Arbeitsweg (ich las früher im Zug und dann kam Corona und die Zugfahrten waren gleich 0, was Einfluss auf mein Leseverhalten hatte) fast aufgehört.
Ich freue mich auf unseren Buddy-Read im Februar und auf deine tollen Rezensionen in 2026. Vielen Dank auch für die Erwähnung vom „Die Büchersammlerin“ Podcast.
Rutsch gut rüber und bis bald,
Valerie
Liebe Valerie,
ja, unsere drei Podcast-Jahre waren wunderbar und bereichernd und ich freue mich sehr, dass wir uns im Februar mal wieder gemeinsam an ein Buch herantrauen!
Deinen Die Büchersammlerin Podcast höre ich natürlich regelmäßig beim Kochen.
Auch für dich ein gutes neues Jahr!
Liebe Grüße
Antje