Aktualisiert am 6. Dezember 2025 von Antje Tomfohrde
herausgegeben von Harriet Dohmeyer
„Hallo Kopenhagen“ ist mir auf der Leipziger Buchmesse im Frühjahr 2025 am Stand des Ankerwechsel Verlags aufgefallen. Sofort war ich begeistert, ging es doch im Sommer für uns nach Schweden mit einem Zwischenstopp in Kopenhagen und ich war auf der Suche nach einem Reiseführer. Also war schnell klar, dass dieses Buch meine Familie und mich auf die Reise begleiten würde.
Worum geht es in dem Buch?
Der Untertitel „Ein Blick in die Stadt“ zeigt schon, dass nicht nur ein Reiseführer für Kopenhagen ist, sondern noch ein klein wenig mehr davon erzählen und zeigen möchte, was Kopenhagen so erlebenswert machen.
Zu Beginn gibt es ein Inhaltsverzeichnis, in dem die Orte und Themen genannt werden, die im Buch vorkommen. Dann folgt eine Stadtkarte mit Zahlen. Die Zahlen markieren jeweils Orte wie Museen, Cafés, Restaurants, Geschäfte und andere Sehenswürdigkeiten, die im Buch genannt werden, damit die Orientierung leicht fällt. Außerdem gibt es noch Tipps zum Weiterlesen, um sich noch mehr mit Kopenhagen beschäftigen zu können.

Dann geht es in verschiedene Stadtteile, in denen wir Leser*innen einen Eindruck des jeweiligen Quartiers bekommen. Es werden Museen vorgestellt, kleine Cafés, um eine Pause zu machen oder auch Restaurants, um den größeren Appetit zu stillen.
So landen wir zuerst auf der Halbinsel Refshaleøen, wo früher Schiffsbau den Alltag bestimmte und jetzt eine Art Ideenzentrum ist. Das Museum Copenhagen Contemporary ist hier untergebracht, der Streetfoodmarkt Reffen, es gibt eine Badestelle, ein Wohnexperiment mit ausgedienten Überseecontainern, die als Tiny Houses genutzt werden und vieles mehr.
So gibt es einen Überblick zu Christianshavn, Nyhavn, dem angesagten Nørrebro, wir werfen einen Blick in Lousiana und machen immer mal wieder eine Pause in einem netten Café (zumindest in Gedanken).
Es gibt einen großen Literaturteil in diesem Reiseführer und einen Einblick in angesagte dänische Literatur und die Literaturwelt in Dänemark im Allgemeinen. Ausgewählte Texte wurden ins Deutsche übersetzt, um einen Eindruck zu vermitteln und mehrere Interviews vertiefen diesen ersten Eindruck.
So das Interview mit Ditte Engels Hermansen. Ditte übersetzt vom Deutschen ins Dänische und gibt auf ihrem Instagram Account litteraturdk Tipps zu dänischer und deutscher Literatur. Auch das Gespräch mit Camilla Zuleger und Lars Bliesener, die als deutsch-dänische Literaturvermittler*innen arbeiten und einen eigenen Verlag führen. Im Interview mit der Künstlerin Mat Digman geht es unter anderem um Graphic Novels. Persönliche Tipps der Interviewten runden „Hallo Kopenhagen“ ab.
Wie hat mir „Hallo Kopenhagen“ gefallen?
Bei meiner Inhaltsbeschreibung des Buchs ist dir bestimmt schon aufgefallen, dass ich diesen Stadtführer mit Begeisterung durchgeblättert und gelesen habe. Ja, ich habe „Hallo Kopenhagen“ tatsächlich von vorne bis hinten einmal durchgelesen und mir überall, wo ich hinwollte, Zettel zwischen die Seiten gelegt.
Natürlich haben wir es nicht geschafft, alles abzuklappern, wo wir hinwollten und manchmal kollidierten auch die Wünsche und Erwartungen (das Louisiana und das Museum Copenhagen Contemporary warten immer noch auf meinen Besuch). Das, was wir uns angesehen haben, hat uns aber allen gefallen und das ist gar nicht mal so einfach.
Kopenhagen bringt beste Voraussetzungen mit, eine sehr coole Stadt für Jung und Alt zu sein. Es liegt am Wasser, der ÖPNV ist gut ausgebaut, es gibt eine tolle Radinfrastruktur und die Stadt entwickelt sich immer weiter in menschengerecht. Als Hauptstadt hat Kopenhagen natürlich einiges an Kunst und anderem zu bieten – es ist zu Recht eine der lebenswertesten Städte in Europa, auch wenn im Staate Dänemark nicht alles rosig ist.
In „Hallo Kopenhagen“ bekommt man einen guten Überblick über die Stadt und kann sich das heraussuchen, was man gerne anschauen möchte. Bei uns waren das zum Beispiel die Halbinsel Refshaleøen und der Streetfoodmarkt Reffen. Dort haben wir uns einmal um den Globus gegessen, haben gekickert und sind am Wasser entlang geschlendert.



Vom Rundetårn hat man einen tollen Blick über die Stadt und da es eine sogenannte Pferdetreppe gibt, führt der Weg nach oben nicht über Stufen, sondern über eine Rampe, über die früher Bücher und astromische Geräte den Turm hinauf geschafft wurden.


„Hallo Kopenhagen“ war für uns genau richtig, auch wenn wir viel zu kurz in Kopenhagen waren oder anders formuliert, wir müssen unbedingt noch einmal dorthin reisen. Es gibt eine gute Zuganbindung, so dass diese Stadt weiterhin auf der Reisewunschliste steht.
Das Buch hat tolle Fotos und viele, viele Tipps für Cafés und kleine Geschäfte, die eine Vielfalt bieten, die die großen Ketten, die es überall gibt, nicht haben. Die Stadtteile werden gut beschrieben und dank des Literatur-Specials ist meine Leseliste stark angewachsen, auch wenn es leider noch nicht alle vorgestellten Bücher auf Deutsch gibt.
Wenn du auf der Suche nach einem besonderen Reiseführer bist, kann ich dir „Hallo Kopenhagen“ empfehlen. Es gibt beim Ankerwechsel Verlag auch noch Stadtführer für Hamburg, Leipzig und Amsterdam und viele weitere Bücher. Es wird versucht, so nachhaltig wie möglich zu produzieren. Die Beschreibung der Bücher lautet: „Die Ankerwechsel-Bücher rufen zum Innehalten, Umschauen und zum Dialog auf.
Laut stellen sie sich gegen das Tempo und den schnellen Moment: Schlendern, sofort!“ – dies merkt man auch „Hallo Kopenhagen“ an.
Es ist eine Einladung zum Verweilen, Genießen und zum genauer Hinsehen.
An diesem Buch haben mitgewirkt:
Harriet Dohmeyer als Herausgeberin, Journalistin und Fotografin, Marie Krutmann für das Lektorat und die Redaktion des Literatur-Specials, Violetta Sanitz ist verantwortlich für die Gestaltung der Hallo-Reihe und Übersetzungen von Hannes Langendörfer, Katharina Martl.
Herausgeberin: Harriet Dohmeyer
Erscheinungsdatum: Mai 2025
Verlag: Ankerwechsel Verlag
ISBN: 978-3-947596-15-7
PS: Dieses Buch ist selbst gekauft und ich kaufe Bücher am liebsten in kleinen, inhabergeführten Buchhandlungen. Bei den meisten Buchhandlungen ist es auch möglich, online zu bestellen, sie sind also auf jeden Fall eine Alternative zu den großen Online-Shops. Online bestellen und in der Buchhandlung abholen oder direkt nach Hause liefern lassen, auch eBooks können direkt bei der Buchhandlung deiner Wahl online gekauft werden. Dieses Buch habe ich in der Hohenlimburger Buchhandlung in meinem Heimatort gekauft. #SupportYourLocalBookshop
Ob mir ein Buch kostenlos als Leseexemplar zur Verfügung gestellt wurde, ich es geliehen, geschenkt bekommen oder selbst gekauft habe – all dies hat keinen Einfluss auf meine Rezension. Meine Rezensionen geben allein meine Meinung wieder, die ich mir während des Lesens gebildet habe.
Ein Buch, dass mich indirekt auch nach Kopenhagen begleitet hat, ist „Am Kipppunkt“ von Toralf Staud und Benjamin von Brackel. Es wird dort nicht nur auf den dänischen Weg zur CO²-Minderung eingegangen, sondern auch eine angesagte Burgerkette in Kopenhagen empfohlen (der Empfehlung kann ich mich nur anschließen). Weitere Lesetipps für dänische Literatur gibt es im Buch.
