Der große Sommer von Ewald Arenz

Buchcover Der große Sommer von Ewald Arenz

Sommerferien, da denkt man an sonnige Tage, Freunde treffen im Freibad, Nichtstun und in Urlaub fahren. Das verbindet auch Frieder normalerweise mit Sommer und Sommerferien, aber nicht in diesem Sommer, der „Der große Sommer“ für ihn werden wird, auch wenn es erst einmal nach Latein büffeln aussieht.

Wovon handelt das Buch?

Es ist kurz vor den Sommerferien und Friedrich Büchner, der von allen nur Frieder genannt wird, erfährt, dass er die letzte Arbeit versemmelt hat und dass er die Klasse entweder wiederholen muss oder für die Nachprüfung lernen muss. Sein Großvater hat sich dafür angeboten, mit ihm Latein und Mathe in den Ferien zu lernen, während der Rest von Frieders Familie in Urlaub fährt. Nur seine Schwester Alma, die ein Praktikum im Altenheim macht, bleibt auch zuhause. Sie wird im Elternhaus bleiben, während Frieder bei seinen Großeltern einquartiert wird.

Frieder weiß nicht, was er davon halten soll, denn sein Großvater ist, im Gegensatz zu seiner warmherzigen und offenen Großmutter Nana, sehr streng und reserviert. Der Aufenthalt bei Oma und Opa (den er nicht so nennen darf) verspricht viel, nur nicht Spaß und Kurzweil. Zum Glück hat er vor den Ferien noch Beate kennengelernt und sein Kumpel Johann wird zwar nicht die ganzen Ferien da sein, aber zumindest einen Teil davon und das Freibad ist ja auch noch da. Frieder liebt es, ins Freibad zu gehen und dort seine Bahnen zu ziehen und vom Sprungturm zu springen.

Es stellt sich heraus, dass es gar nicht so unerträglich ist, mit dem Großvater zu lernen und dass noch Zeit bleibt, um Beate näher kennenzulernen und mit Johann und Alma abzuhängen. Und der Sommer ist alles, nur nicht langweilig, aber was genau passiert, werde ich hier nicht erzählen.

Es war dieser eine Sommer, wie es ihn wahrscheinlich nur einmal im Leben gibt. Dieser eine Sommer, den hoffentlich jeder hat; dieser eine Sommer, in dem sich alles ändert.Ewald Arenz, Der große Sommer

Wie hat mir „Der große Sommer“ gefallen?

„Der große Sommer“ war das Buch, das im Rahmen der Aktion #GemeinsamMitlesen auf Instagram ausgewählt wurde und da ich es sowieso lesen wollte, kam diese Aktion gerade recht, denn ich mag es, mich mit anderen über die Bücher, die ich lese, auszutauschen.

Das Buch hat alles, was ein gutes Buch in meinen Augen haben sollte, eine gute Geschichte, gute Haupt- und Nebenfiguren und der Schreibstil von Ewald Arenz gefällt mir ausnehmend gut. Es ist ein Buch, das man auf der einen Seite verschlingen möchte, auf der anderen Seite aber auch langsam lesen möchte, da die Ausdrucksweise so wunderschön ist. Hinzu kommt, dass die Geschichte in den 80ern spielt, also eine Zeit, in die ich mich sehr gut hinein versetzen kann.

Frieder ist nur drei Jahre älter als ich und ich kann mir diesen Sommer so gut vorstellen. Man hatte immer 20 Pfennig zum Telefonieren dabei und war nicht ständig erreichbar. Es gin mit dem Rad ins Freibad und dort mit den Freund:innen zusammen sein und abends noch irgendwohin gehen bzw. bei jemandem im Garten weiter zusammen abhängen. Genau die Leichtigkeit, die im Augenblick gerade fehlt.

Pommes. Ketchup. Das Wasser und frisch gemähtes Gras. Diese Mischung war das Freibad im Sommer.Ewald Arenz, Der große Sommer

Doch es ist nicht nur Leichtigkeit in der Geschichte, es geht auch gleichzeitig um eine Familiengeschichte, die aufgearbeitet werden will. Die Oma, Nana, die mit ihren Kindern geflüchtet ist und wie sie den Großvater kennengelernt hat und warum dieser so merkwürdig ist, sie ihn aber trotzdem oder vielleicht gerade deshalb so liebt. Und dann gibt es dieses Ereignis, wo all die Leichtigkeit in sich zusammenfällt und die Freundschaft von Johann, Alma, Beate und Frieder auf die Probe gestellt wird.

Freundschaft beweist sich nicht in den guten Zeiten.Ewald Arenz, Der große Sommer

Es ist dieser besondere Cocktail, der das Buch so lesenswert macht. Es ist die Vielschichtigkeit der Charaktere, dadurch, dass sie nicht nur Schwarz und Weiß sind, ist es ein ganz intensives Leseerlebnis. Die Beziehung Frieders zu seinem Großvater, zu seiner Oma Nana und zu seiner Schwester Alma und natürlich die Beziehung zu Johann und Beate als seine erste Liebe sind es, die das Buch zu etwas ganz Besonderem machen. Und dann gibt es noch dieses kleine Detail, was ich so wunderschön finde. Zum einen ist das Buchcover wunderschön und dann sind das Leseband und die ersten Einbandseiten flaschengrün, so wie Beates Badeanzug. Das ist dann noch das i-Tüpfelchen.

Viel Freude beim Lesen wünsche ich euch und lasst gerne einen Kommentar mit eurer Meinung zum Buch da.

Informationen zum Buch
Buchtitel: Der große Sommer
Autorin: Ewald Arenz
Verlag: Dumont Verlag
Erschienen: 2021
ISBN: 978-3-8321-8153-6

PS: „Der große Sommer“ habe ich selbst in der Hohenlimburger Buchhandlung gekauft und meine Leseempfehlung ist unbezahlte Werbung. Mit der Buchhandlung verlinke ich, um den stationären Buchhandel zu unterstützen. #SupportYourLocalBookstore

Falls dir „Der große Sommer“ gefallen hat und du noch mehr von Ewald Arenz lesen möchtest, empfehle ich dir „Alte Sorten“.

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