Das Minimalismus-Projekt von Christof Herrmann

Auf dem Bild ist das Buchcover des Buchs Das Minimalismus-Projekt zu sehen.

Minimalismus – ein Thema nicht nur für die ersten Tage im Januar, auch wenn das Thema natürlich am Jahresanfang wieder boomt und gefühlt jeder im vergangenen März schon aufgeräumt und ausgemistet hat, bietet es sich doch immer mal wieder an, sich damit zu beschäftigen.

Worum geht es in dem Buch?

Der Titel lässt ja schon eindeutige Rückschlüsse auf den Inhalt des Buches zu. Es geht um Minimalismus und wie man es schaffen kann, minimalistischer zu leben. Es ist ein Ratgeber, um sich mehr auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren und weniger Dinge anzuhäufen. Der Autor, Christof Herrmann, führt schon seit Jahren das wohl bekannteste deutsche Blog zum Thema Minimalismus, „Einfach bewusst“ und berichtet dort über seinen eigenen Weg zum minimalistischen Leben und gibt dort viele gute Tipps, um die ein oder andere Sache minimalistischer zu gestalten.

Im Buch „Das Minimalismus-Projekt“ hat der Autor jetzt 52 Möglichkeiten zusammengefasst, um das Leben leichter zu machen. Er hat diese 52 Möglichkeiten in 52 Kapitel unterteilt, so dass in jeder Woche des Jahres ein Kapitel angegangen werden kann oder man sich die Kapitel heraussucht die gerade besonders interessant sind oder einfach alle Kapitel nacheinander liest und dann schaut, was gerade passt bzw. was man aus dem Buch mit in den Alltag nehmen möchte.

Minimalismus bedeutet, sich vom Ballast zu befreien.Christof Herrmann, Das Minimalismus-Projekt

Es geht also nicht nur ums reine Aufräumen und Ausmisten von Dingen und Gegenständen, sondern um so ziemlich alle Lebensbereiche. Was belastet mein Leben, was ist zu viel, was macht es leichter und was brauche ich wirklich für ein erfülltes Leben? Es kann auch ein „ich brauche mehr von etwas“ dabei herauskommen. Bloß ist ja oft so, dass es „ich brauche mehr von etwas“ durch „das ist mir einfach zu viel“ blockiert wird. Und um diese Blockaden zu erkennen und zu lösen, ist dieses Buch wirklich gut geeignet.

Thematisiert wird natürlich das Aufräumen und Ausmisten von Dingen, aber auch Bereiche wie Multitasking und wie und womit wir unsere Zeit verbringen. Ist das Anhäufen von Gegenständen wirklich befriedigend oder ist es nicht wichtiger, mehr Zeit für die wichtigen Menschen in unserem Leben und für die Dinge zu haben, die uns wirklich Freude bereiten? Christof Herrmann zeigt auf, dass weniger Dinge auch bedeuten, mehr Zeit zu haben, da wir nicht mehr so viel Zeit damit verbringen müssen, uns um diese Dinge zu kümmern. Und es geht jetzt nicht darum, nur noch ganz dogmatisch nicht mehr als 100 Dinge besitzen zu dürfen, sondern für sich herauszufinden, was das eigene Wohlfühllimit ist.

Es gibt zu jedem Bereich ein Piktogram, so dass man gleich weiß, wozu es gehört. Abgedeckt werden die Bereiche „Weniger Stress“, „Weniger Chaos“, „Weniger Geldsorgen“, „Weniger Pflichten“, „Weniger Unzufriedenheit“, „Weniger Umweltbelastung“, „Weniger Fremdbestimmung“ und „Weniger Trägheit“. Anhand dieser Klassifizierung fällt es leicht, sich die Kapitel herauszusuchen, die gerade am interessantesten für einen selbst sind.

Wie hat es mir gefallen?

Ganz minimalistisch geantwortet: sehr gut! Durch die Einteilung in die einzelnen Kapitel (die ich alle nacheinander gelesen habe), ist es einfach, sich genau das herauszusuchen, was gerade wichtig ist. Gut gefällt mir, dass das Buch nicht dogmatisch ist und dass es sehr im Hier und Jetzt ist, also nicht auf eine höhere Ebene geht, sondern gute Beispiele bzw. gemachte Erfahrungen weitergibt. Es gibt Tipps für nachhaltigeres Leben, Tipps für Freizeitbeschäftigungen, die auch ohne viel Geld in die Hand nehmen zu müssen, Spaß machen, Tipps für Familien, die mit ihren Kindern minimalistisch leben möchten und auch Tipps wie man sich immer wieder daran erinnern kann, dass man gerade dabei ist, die Wohnung wieder vollzustellen. So finde ich es ganz gut, sich bei Anschaffungen auszurechnen, wie lange man dafür arbeiten muss und ob die geplante Anschaffung jetzt nötig ist oder nicht (z.B. wenn ich mir das nächste schwarze Oberteil kaufen möchte).

Ein für mich auch sehr wichtiger Teil ist der in dem über Multitasking und Singletasking gesprochen wird. Außer beim Fernsehen zu essen, fällt mir jetzt nicht wirklich viel an, was ich gleichzeitig kann. Eine der Tätigkeiten wird auf jeden Fall vernachlässigt und sich das immer mal wieder vor Augen zu führen, kann nicht schaden, um am Ende dann durch Konzentration auf eine Sache doch etwas besser geschafft zu haben und dabei wertvolle Zeit für etwas anderes gewonnen zu haben. Letztendlich regt es dazu an, sich auf das zu fokussieren, was einem selbst wichtig ist und es kann nicht schaden, sich zwischendurch immer mal wieder darauf hinzuweisen.

Ich kann das Buch deshalb wirklich nur empfehlen, wenn man gerade dabei ist, sich damit zu beschäftigen, wie man sein Leben etwas leichter gestalten kann, um mehr Zeit für Wichtiges zu gewinnen. Es fängt mit Aufräumen und Ausmisten an und bedeutet am Ende dann doch so viel mehr.

Informationen zum Buch
Buchtitel: Das Minimalismus-Projekt
Autor: Christof Herrmann
Verlag: Gräfe und Unzer Verlag GmbH
Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-8338-7359-1

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