Miss Bensons Reise von Rachel Joyce

Eine Reise bis fast ans Ende der Welt, um einen goldenen Käfer zu finden oder ist es eigentlich etwas ganz anderes, was Margery in Neukaledonien entdeckt?

Worum geht es in dem Buch?

Nachdem Margery Benson mit ihrem Berufswunsch, Forscherin zu werden abgeschlossen hatte, arbeitet als Lehrerin im Nachkriegsengland und hat sich eigentlich damit abgefunden, so weiterzumachen bis sie irgendwann in Rente geht. Doch an diesem einen Tag wird alles anders und sie verlässt die Schule und auch ihr altes Leben und kehrt zurück zu ihrem Lebenstraum. Sie will nach Neukaledonien reisen, um den goldenen Käfer zu finden, von dem sie schon als zehnjähriges Mädchen träumte.

Sie beginnt ihr Unterfangen generalstabsmäßig zu planen und ist auf der Suche nach einer Assistentin für die Reise, da für sie klar ist, dass sie jemanden braucht, der a) Französisch spricht und b) sie in allen anderen Belangen unterstützt, denn allein die Ausrüstung ist für eine Person viel zu schwer. Also sucht sie eine adäquate Begleitung und landet schließlich mit Enid Pretty auf der RMS Orion, um gemeinsam mit ihr von England nach Australien zu reisen und von dort nach Neukaledonien zu gelangen.

Enid Pretty ist nicht Margerys erste Wahl für eine Expeditionsbegleitung, aber in der Not frisst der Teufel bekanntlich Fliegen und Miss Benson nimmt als Assistentin, wen sie kriegen kann. Komplikationen sind also vorprogrammiert und dann gibt es auch noch den geheimnisvollen Mr. Mundic, der für ein unangenehmes Gefühl in der Bauchgegend sorgt.

Was ist mein Eindruck vom Buch?

Als Margery zehn war, verliebte sie sich in einen Käfer. Rachel Joyce, Miss Bensons Reise

Mit diesem Satz beginnt das Buch und ich war ganz fasziniert, denn dieser Satz versprach soviel. Die Leseprobe gefiel mir auch, so dass ich das Buch unbedingt lesen wollte.

Die erste Hälfte des Buchs konnte meiner Erwartungshaltung auch gerecht werden und ich habe mit Spannung verfolgt, wie die Charaktere und die Geschichte aufgebaut wurden. Die beiden Hauptpersonen ergänzen sich durch ihre Gegensätzlichkeit und auch der geheimnisvolle Mr. Mundic sorgt schon durch sein Verhalten für erste Spannung. Die beiden unterschiedlichen Frauen lernen sich auf der gemeinsamen Reise besser kennen und legen schon den ersten Grundstein für ihre ungewöhnliche Freundschaft.

Doch irgendwie gelingt es Rachel Joyce dann im zweiten Teil nicht, die Figuren weiter auszuarbeiten, so dass sie auf mich sehr stereotyp wirken. Auf der einen Seite wirkt Margery auf mich wie jemand, der aus der Zeit gefallen ist, eine typische „alte Jungfer“ und völlig lebensfremd. Auch bei Enid Pretty wird ein Klischee bedient, dass der leicht naiven Blondine, obwohl sie eine wirklich handfeste Person ist, die mitten im Leben steht. Die Geschichte fließt so vor sich hin und es geht auf Käfersuche, kann mich aber nicht in den Bann ziehen, obwohl viel Potential dafür da ist. Am Ende wirkt es auf mich so, als ob noch einmal alles hineingepackt wurde, was ging und es ist mir zu überladen.

Nachdem ich den ersten Satz gelesen hatte, hatte ich mir viel mehr von dieser Geschichte versprochen, aber zum Ende hin konnte „Miss Bensons Reise“ dieser Erwartung nicht gerecht werden. Nichtsdestotrotz ist es ist ein deutliches Plädoyer für die Kraft der Freundschaft und dafür, an seinen Lebensträumen festzuhalten, um sich nicht selbst zu verlieren. Es ist ein Buch, das gut zwischendurch gelesen werden kann, wenn der Kopf mal wieder ein etwas leichteres Buch gebrauchen kann, aber es ist für mich kein Buch, in das ich eintauchen konnte.

Informationen zum Buch
Buchtitel: Miss Bensons Reise
Autorin: Rachel Joyce
Übersetzerin: Maria Andreas
Verlag: FISCHER Krüger
Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-8105-223-7
https://www.fischerverlage.de/buch/rachel-joyce-miss-bensons-reise-9783810522337

Mein Buch ist ein kostenloses Leseexemplar (Werbung), welches mir von der Plattform Vorablesen und dem Fischer Krüger Verlag zur Verfügung gestellt wurde. Hierfür bedanke ich mich herzlich.

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