Das Mädchen, das den Mond trank von Kelly Barnhill

Buchcover "Das Mädchen, das den Mond trank"

Bei manchen Büchern frage ich mich, warum sie als Kinder- oder Jugendbücher deklariert werden. „Das Mädchen, das den Mond trank“ ist ein solches Buch. Ein magisches Märchen, durchaus auch für Erwachsene geeignet.

Wovon handelt das Buch?

Jahr für Jahr wird ein Neugeborenes ausgewählt und in den Wald gebracht, um dort von der Hexe geholt zu werden. Durch dieses Opfer wird die böse Hexe gnädig gestimmt und das Protektorat ist bis zum nächsten Jahr sicher vor ihr.

Das ist die Erzählung, die die Bewohner und Bewohnerinnen seit vielen Generationen kennen und sie veranlasst, das Opfer und die Trauer hinzunehmen.

Jahr für Jahr rettet die Hexe Xan die schutzlos im Wald liegen gelassenen Kinder, um sie vor wilden Tieren zu beschützen und sucht Familien für diese Kinder. Jahr für Jahr wundert sie sich über dieses herzlose Verhalten und kann nicht verstehen, warum die Menschen dies tun.

Dann ist es wieder so weit und ein kleines Mädchen mit einem Muttermal in Form eines Halbmonds wird im Wald ausgesetzt. Die Hexe nimmt es mit und aus Versehen gibt sie ihm Mondlicht zu trinken und dieses Versehen hat Folgen…

Mondlicht ist magisch und so wird das kleine Mädchen Luna magifiziert und verfügt über magische Kräfte. Es wächst bei der gar nicht bösen Hexe auf und hat das uralte Sumpfmonster und den Drachen Fyrian zum Freund.

Und sie lebten nicht glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende, denn es kommt, wie nicht anders zu erwarten, ein Bewohner will dieses Opferritual nicht länger hinnehmen, sondern will die böse Hexe zur Strecke bringen. Jetzt wird sich herausstellen, ob Luna die ihr zufällig geschenkte Magie weise zu nutzen weiß, um ihre Ziehmutter zu retten.

Wie hat es mir gefallen?

„Das Mädchen, das den Mond trank“ ist ein liebevoll erzähltes Märchen voller Poesie und Fantasie, nicht nur für Kinder, sondern für alle, die solch fantastische Geschichten mögen.

Das Buch beginnt mit einer erwachsenen Person, die einem Kind über die Hexe erzählt und dies wird immer wieder zwischen den einzelnen Kapiteln eingeblendet und liefert so noch einmal Hintergrundwissen und die Verbindung zu einem Handlungsstrang.

Dazwischen wird die Geschichte aus den Blickwinkeln der einzelnen Hauptfiguren erzählt, ohne all zu sehr zu verwirren. Es ist gut möglich zu folgen und die Hauptgeschichte im Blick zu behalten. Die wichtigen Personen werden gut und ausführlich beschrieben und es hat jede Person ganz besondere Merkmale. Gleichzeitig gelingt es Kelly Barnhill Spannung aufzubauen, die einen am Ende gar nicht mehr aufhören lässt zu lesen.

Es ist irgendwann klar, wer gut und wer böse ist, allerdings wird nicht alles offensichtlich, so dass es wirklich bis zum Ende hin aufregend bleibt und es wirklich nicht nur für Kinder spannend ist. Wer verbündet sich mit wem und wie ist die Geschichte von der bösen Hexe, der die Kinder geopfert werden, entstanden? Wer profitiert davon und warum? All dies wird beleuchtet und gleichzeitig beschreibt Kelly Barnhill wunderschöne Einzelheiten wie die Farben der Magie.

Das Buch hat einige Zeit bei mir im Regal gelegen, meine große Tochter hatte es schon längst gelesen oder besser eingesaugt und ich war schon ganz begierig darauf, es zu lesen. Aber erst jetzt hatte ich die Muße, mich einmal einen ganzen Nachmittag auf das Buch einzulassen, denn wenn mich so eine Geschichte packt, mag ich so ein Buch gar nicht aus der Hand legen.

Wer also gut erzählte Kinderbücher mag und fantastische Geschichten, dem empfehle ich „Das Mädchen, das den Mond trank“. Und wer so etwas nicht mag, aber Kinder kennt, die solche Geschichten mögen, dem empfehle ich das Buch als Geschenk oder sogar als Geschichte, die gemeinsam gelesen wird. Ein wunderschönes Buch!

Informationen zum Buch
Buchtitel: Das Mädchen, das den Mond trank
Autorin: Kelly Barnhill
Übersetzerinnen: Sandra Knuffinke und Jessika Komina
Verlag: FISCHER Sauerländer
Erschienen: 2018
ISBN: 978-3-7373-5538-4

Ob mir ein Buch kostenlos als Leseexemplar zur Verfügung gestellt wurde, ich es geliehen, geschenkt bekommen oder selbst gekauft habe – all dies hat keinen Einfluss auf meine Rezension. Meine Rezensionen geben allein meine Meinung wieder, die ich mir während des Lesens gebildet habe.

Der Erhalt der kleinen Buchläden ist mir wichtig, deshalb verlinke ich auf die Buchhandlung in meiner Heimatstadt, die Hohenlimburger Buchhandlung. Dafür bekomme ich außer einem Lächeln nichts. #SupportYourLocalBookstore

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