Aktualisiert am 22. Februar 2026 von Antje Tomfohrde
Um beruflich immer auf dem neuesten Stand zu bleiben, lese ich immer wieder Fachliteratur zum Thema Social Media Marketing. Im englischsprachigen Raum gibt es so einige Veröffentlichungen und so stelle ich heute „Organic Social Media How to Build Flourishing Online Communities“ von Jenny Li Fowler vor.
Worum geht es im Buch?
Wie der Titel schon sagt, geht es um den organischen Aufbau von Social-Media-Präsenzen. Jenny Li Fowler richtet sich dabei sowohl an Neulinge, aber auch erfahrene Social Media Manager*innen.
„This book ist for both rookie social media managers as well as seasoned social media professionals. It gives new managers a structure to build a social media strategy and tips to succeed in the position, and veteran professionals a unique perspective on navigating the challenges of the job and steps to help advance the positions.“
Aus „Organic Social Media“ von Jenny Li Fowler
Das Buch ist in die folgenden 10 Kapitel unterteilt:
- 01 Strategy Versus Tactics
- 02 Social Media Goal-Setting
- 03 Who is Your Audience?
- 04 Choosing the Right Platforms
- 05 Content
- 06 The Posting Process
- 07 The Content Calendar
- 08 What Metrics Should You be Tracking on Social Media?
- 09 The Backup Plan
- 10 Tips for Thriving as a Social Media Manager
In diesen zehn Kapiteln streift sie die wichtigen Fragen, die in Bezug auf eine Social-Media-Strategie aufkommen können. Sie liefert damit eine Art Schablone, anhand derer es möglich ist, eine Strategie aufzubauen, ohne etwas Wichtiges zu vergessen.
„Strategy is taking what you’ve learned about your target audiences and the industry; understanding the current cultural, social, political, and economic climate; knowing the resources you have to work with; having a clear understanding of your goals; and then using that knowledge to form a plan.“
Aus „Organic Social Media“ von Jenny Li Fowler
Die Autorin liefert immer wieder Beispiele aus ihrer eigenen Berufserfahrung und liefert am Ende jedes Kapitels eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte, der Key Takeaways.
„If I’ve learned anything, it’s that slow and steady can ultimately win the race.“
Aus „Organic Social Media“ von Jenny Li Fowler
Meine Meinung zu „Organic Social Media“
Auch wenn mir vieles natürlich bekannt ist und ich die Social-Media-Strategien, die ich bislang entwickelt habe, so aufbaue, gab es auch für mich als erfahrene Social Media Managerin viele hilfreiche Informationen für mich. Jenny Li Fowler hat ihr Ziel erreicht, sowohl für die Newbies, aber auch für Menschen wie mich, ihre Erfahrungen im Bereich Social-Media-Strategie so zu zusammenzufassen, dass es verständlich und bereichernd ist.
Mir gefällt gut, dass sie gleich am Anfang auf den Unterschied zwischen Strategie und Maßnahmen eingeht. Häufig werden Maßnahmen vor der Strategie benannt bzw. Maßnahmen als Strategie gesehen. „Viel zu posten“ ist definitiv keine Strategie und auch keine gute Maßnahme ohne da mehr in die Tiefe zu gehen, was wieso warum für wen für welches Ziel viel gepostet werden soll.
„So, to break it down, a hashtag is not a strategy. A meme or a trend is not a strategy. A video is not a strategy. These are all tactics.“
Aus „Organic Social Media“ von Jenny Li Fowler
Dieser Unterschied sollte verstanden worden sein, bevor es an die Erstellung einer Strategie geht. Und dann geht es bei ihr immer wieder bei jeder Strategie um die folgenden 6Ms, wirklich ein top Tipp für jede*n Neue:
- mission – Ziel
- message – welche Geschichte willst du erzählen?
- management – Abläufe und Arbeitsanweisungen
- medium – Plattformen
- metrics – welche Messwerte?
- monitoring – die eigentliche Überwachung, das Beobachten
Sie geht aber nicht nur auf das bloße Erstellen einer Strategie und den Aufbau einer Community durch organisches Social Media Marketing ein, sondern auf Sachen, die oftmals vergessen werden zu erwähnen. So ist es so, dass viel Lern- und Weiterbildungsbereitschaft zu dem Job als Social Media Manager*in dazu gehört. Es ist wichtig, sich immer auf dem Laufenden zu halten, welche Plattformen gerade angesagt neben denen, die man schon bespielt. Auch ist es wichtig, auszuprobieren, ob neue Plattformen etwas für das eigene Unternehmen sein können. Es wird immer eine neue Sau durchs Dorf getrieben und irgendetwas ist immer neu auf den Plattformen.
„If you don’t study or understand the new technology early, you will find yourself playing catch-up. Needless to say, this profession is not for those who hate change. Quite the opposite – it’s more for those who embrace change.“
Aus „Organic Social Media“ von Jenny Li Fowler
Sie gibt wirklich praktische Tipps, über die sich jede*r, der damit anfängt, eine Plattform zu bespielen, freut. So gibt es kleine Listen mit Tipps zu Inhalten oder welche Informationen in ein Social-Media-Profil müssen. Es gibt zum Beispiel auf LinkedIn immer noch Profile ohne Header-Bild, eine vertane Chance.
Die Bedeutung von ALT-Texten wird angesprochen, der Umgang mit Fragen vom Management bzw. wie das Management auf die Bedeutung dieser Marketing-Disziplin aufmerksam gemacht werden kann und vieles, vieles mehr wird ausgeführt.
Sie erinnert daran, dass Social Media nicht die Antwort auf die komplette Ansprache, der Menschen, die wir erreichen wollen, ist. Es ist ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren, online und offline. Social Media ist nicht das einzig mögliche Zaubermittel.
Warum sind Content-, Redaktions- und Veröffentlichungspläne so wichtig? Wie arbeitet man in einem größeren Team und warum ist eine Social Media Managerin kein Schweizer Taschenmesser, das sowohl Video, Foto, Grafik, Text und dann auch noch Google Analytics beherrscht und nebenbei noch den Job der Social Media Managerin erledigt. Hier steigt sie noch einmal tiefer ein, denn in Stellenanzeigen werden oft drei bis vier Positionen ausgeschrieben, wenn von Social Media Manager*in die Rede ist. Hier besteht immer noch Bedarf, Aufmerksamkeit zu generieren, damit das aufhört und es endlich anerkannt wird, was in diesem Job der Fokus ist und auch geleistet wird und wie eine Karriere aussehen kann.
„While social media managers are essential to the industry, it feels like the position has been largely overlooked and underappreciated, and the career path for social media managers beyond the manager position is unclear.“
Aus „Organic Social Media“ von Jenny Li Fowler
Genauso spricht sie den Punkt an, dass eine Person nicht 24/7 auf die Kanäle schauen kann, Back-ups und Ruhezeiten sind wichtig und der Schutz vor Inhalten, die einfach auf diese Berufsgruppe kontinuierlich einprasseln. Die Burnout-Gefahr ist in dieser Gruppe recht hoch, hier gibt sie persönliche Tipps.
Diese persönlichen Erfahrungen sind das Salz in der Suppe. Auch dass sie auf die ungemütlichen Seiten wie eben Burnout-Gefahr, Shitstorm-Gefahr und die Wahrnehmung bei manchen, dass es ein Job ist, den jede*r machen kann, eingeht, spricht für sie. Der wichtigste Rat, den sie immer wieder in unterschiedlichen Beschreibung verwendet, ist das man Geduld braucht, um eine Strategie umzusetzen und wie wichtig Resilienz und Ausdauer sind. Ein langer Atem ist Grundvoraussetzung.
„Being a social media manager requires resilience, adaptability, and perseverance in the faces of challenges.“
Aus „Organic Social Media“ von Jenny Li Fowler
Es ist leicht verständlich geschrieben, auch man keine Muttersprachler*in ist. Die Praxisbeispiele, Aufzählungen und die Key Takeaways am Ende von jedem Kapitel machen es leicht, sich viel zu merken und auch mal etwas nachzuschlagen. Dadurch, dass sie nicht auf auf die Eigenarten der Plattformen eingeht oder ein aktuelles Format über den grünen Klee lobt, ist es ein Buch, dass über einen längeren Zeitraum aktuell bleibt. Hier geht es um Strategieentwicklung und nicht darum, wie Feature X auf Plattform Y dir zum viralen Erfolg verhilft.
Man merkt „Organic Social Media“ an, dass es ein Profi geschrieben hat, jemand, der sich Tag für Tag mit dieser Arbeit auseinandersetzt und organisches Social Media quasi lebt. Da steckt richtig viel Erfahrung drin und sie erfüllt die Erwartungen, die ich an dieses Buch hatte absolut. Jenny Li Fowler zeigt mit dem Buch auch, dass der Beruf Social Media Manager*in weit über „Bildchen posten“ hinaus geht. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung.
Über die Autorin:
Jenny Li Fowler ist Director for Social Media Strategy am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Sie war Chefredakteurin des Auto Learning Center von State Farm sowie Social-Media-Managerin und Webredakteurin für die Harvard Kennedy School of Government. Als regelmäßige Korrespondentin für HubSpots INBOUND und anerkannte Stimme im Bereich Social-Media-Marketing steht Jenny Li Fowler für einen strategischen Ansatz, um organische Präsenz in den sozialen Medien aufzubauen.
Sie wurde für die Shortlist 2025 der Global Women in Marketing Awards nominiert und lebt in Cambridge, Massachusetts.
Autorin: Jenny Li Fowler
Erscheinungsdatum: 3. Dezember 2023
Verlag: Kogan Page Limited
ISBN: 978-1-39861297-6
PS: Mein Buch habe ich im Urlaub in Amsterdam bei Waterstones entdeckt. Ich hatte es auf LinkedIn vorher schon bei einigen amerikanischen Accounts, denen ich dort folge, gesehen und war ganz begeistert, es dann in einer Buchhandlung zu finden. Du kannst das Buch aber auch online über deine Buchhandlung vor Ort bestellen, hier bei mir im Ort zum Beispiel bei der Hohenlimburger Buchhandlung. Die meisten Buchhandlungen haben mittlerweile einen Online-Shop, das heißt, du kannst den Buchhandel vor Ort auch mit einer Online-Bestellung unterstützen und bist nicht auf die großen Online-Shops angewiesen. #SupportYourLocalBookstore
Ob mir ein Buch kostenlos als Leseexemplar zur Verfügung gestellt wurde, ich es geliehen, geschenkt bekommen oder selbst gekauft habe – all dies hat keinen Einfluss auf meine Rezension. Meine Rezensionen geben allein meine Meinung wieder, die ich mir während des Lesens gebildet habe.
Wenn du ein deutsches Standardwerk zu Social Media suchst, kann ich dir „Social Media Das Handbuch zu Ausbildung und Beruf“ von Vivian Pein empfehlen. Das Buch ist mittlerweile in der 5. aktualisierten Auflage verfügbar und gibt einen gründlichen Überblick.
