re:publica 2026 zum Weiterlesen – Meine Leseliste

Collage mit 18 Buchcovern zur re:publica 2026 Leseliste, darunter "Enshittification" von Cory Doctorow, "Hyperreaktiv" von Annekathrin Kohout, "Empire of AI" von Karen Hao und weitere Sachbücher zu Klimakrise, Politik und Gesellschaft. In der Mitte der Text "re:publica 2026 zum Weiterlesen" und unten "Das Buchzuhause"

Aktualisiert am 25. Mai 2026 von Antje Tomfohrde

Seit ein paar Jahren schon steht die Digital- und Gesellschaftskonferenz re:publica als fester Termin in meinem Kalender. Und wie schon die Jahre zuvor habe ich mir auch auf der re:publica 2026 viele Vorträge angehört, Meet-ups besucht und mich mit vielen Menschen ausgetauscht. Das Motto der Veranstaltung war „Never gonna give you up!“ – und sorry, not sorry für den Ohrwurm.

Neben neuen Gedanken, Anregungen und Erinnerungen an gute Gespräche nehme ich jedes Mal Bücher bzw. eine Leseliste mit, denn die Vorträge sind eine top Möglichkeit, um zu prüfen, ob ich mich mit dem Thema näher beschäftigen möchte – und wie geht das besser als mit einem Buch, das die Speakerin oder der Speaker dazu geschrieben hat?

In diesem Jahr sind mir achtzehn Bücher bzw. ihre Autor*innen besonders aufgefallen, und welche das sind, teile ich in diesem Beitrag – eine re:publica 2026 zum Weiterlesen, Mitnehmen und Vertiefen. Wo vorhanden, gibt es einen Link zur Aufzeichnung der jeweiligen Session auf der re:publica 2026 und nach und nach werde ich auch meine Rezensionen zu den Büchern verlinken.

re:publica 2026 – Meine Leseliste

“Enshittification” von Cory Doctorow, übersetzt von Hans-Peter Remmler – Wie Tech-Konzerne uns ausbeuten und was wir dagegen tun können, erschienen bei Blumenbar – das Buch habe ich schon auf der Zugfahrt zur re:publica angefangen und kann es jetzt schon definitiv empfehlen. Kleiner Wermutstropfen: am Tag der Signierstunde hatte ich das Buch nicht dabei.

Link zur Aufzeichnung des Vortrags von Cory Doctorow „Über die Enshittifizierung – und was dagegen getan werden kann.“ auf YouTube.

“Was wäre, wenn wir mutig sind?” von Luisa Neubauer, erschienen bei rowohlt – Wie kann Mut in Zeiten wie der unsrigen wachsen und wie kann Hoffnung entstehen. Leider bin ich nicht in der Session selbst gewesen, aber dafür gibt es ja die Aufzeichnung von „Never Gonna Give (You) Up – Warum wir immer weiter machen“ mit Constanze Kurz, Alice Hasters, Luisa Neubauer, Carolin Emcke und Isabella Hermann.

“Respekt ist zumutbar” von Carolin Emcke – Texte zu unserer Gegenwart – Wie umgehen mit Gewalt und Menschenfeindlichkeit? Was lässt sich autoritären Regimen und Angriffen auf Freiheit und Gleichheit entgegensetzen? Und was bedeutet Humanismus heute?, erschienen bei S. Fischer – Carolin Emcke und ihre klugen Gedanken schätze ich sehr, deshalb freue ich mich sehr auf das Buch.

“NEMESIS‘ TÖCHTER” von Tara-Louise Wittwer – 3000 Jahre zwischen Female Rage und Zusammenhalt, erschienen bei Knaur. Das Buch lag schon vor der re:publica 2026 bei mir. Vor Ort hat sie mit Anna Kentrath, Tupoka Ogette und Anna Hartmann über „Alle(s) unpolitisch?! Zwischen Reichweite und politischer Verantwortung“ diskutiert. Moderiert wurde die Session von Josephine Ballon auf Stage 7.

“Picknick auf der Autobahn” von Katja Diehl und Mario Sixtus – Wie wir in Zukunft unterwegs sein werden, erschienen bei S. Fischer – schon gelesen und ich empfehle es, da es nicht nur theoretisch darauf eingeht, was möglich ist, sondern anhand kleiner Geschichte erzählt, wie es sein könnte. Bald mehr dazu, die Rezension ist in Arbeit.

Mit Raúl Aguayo-Krauthausen hat Katja Diehl über „Mobilität für alle oder für niemanden? Warum Barrierefreiheit über Demokratie entscheidet“ gesprochen.

“Das M-Wort” von Anne Rabe – Gegen die Verachtung der Moral, erschienen bei Klett-Cotta. Anne Rabe geht in ihrem Buch darauf ein, welch wichtige Funktion Moral in der momentanen, unübersichtlichen Weltlage haben kann und warum sie wieder angesagt sein sollte.

Auf Stage 1 hat sie auf der re:publica 2026 über „Ohne Moral keine Demokratie? Über Werte, Macht und gesellschaftlichen Zusammenhalt“ mit Yasmine M’Barek gesprochen.

“Die Möglichkeit von Glück” von Anne Rabe, erschienen bei btb. Im Westen geboren, weiß ich immer noch zu wenig über den Osten unseres Landes. Anne Rabes Roman hört sich danach an, als ob ich etwas dazu lernen könnte. Er stand 2023 auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis.

“Hyperreaktiv” von Annekathrin Kohout – Wie in Sozialen Medien um Deutungsmacht gekämpft wird, erschienen bei Wagenbach. Auch dieses Buch liegt hier schon eine Weile lesebereit herum.

Hier geht’s zum Vortrag auf der re:publica 2026: „Hyperreaktiv: Wie politische Akteure unsere Reaktionsbereitschaft bewirtschaften“.

“Wie viel” von Mareice Kaiser – Was wir mit Geld machen und was Geld mit uns macht, erschienen bei rowohlt Polaris. Um dieses Buch bzw. den Vorschuss, den Mareice Kaiser für dieses Buch erhalten hat und wieviel Vorschuss Hanno Sauer für sein Buch „Klasse“ erhalten hat, ging es unter anderem auf der re:publica 2026. Im Nachgang ist eine große Diskussion im Netz entfacht worden.

Schau dir am besten erst einmal die Aufzeichnung an von „Unsichtbare Ordnung? Was Klasse heute bedeutet“ an und bilde dir selbst deine Meinung dazu. Moderiert wurde die Diskussion von Geraldine de Bastion.

“Meinungsfreiheit” von Ronen Steinke – Wie Polizei und Justiz unser Grundrecht einschränken – und wie wir es verteidigen, erschienen bei Piper. Es wurde in Deutschland noch sie so genau geregelt, was gesagt werden darf und was nicht und darum ging es auch auf Stage 1 im Gespräch „Quo vadis, Meinungsfreiheit?“ mit Jagoda Marinić. Moderiert wurde das Gespräch von Nilz Bokelberg.

“Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus” von Rainer Mühlhoff – [Was bedeutet das alles?] – KI und AGI (Artificial General Intelligence) – Wie Tech-Milliardäre Macht und Zukunft formen, erschienen bei Reclam.

Auf YouTube kannst du dir den Vortrag „KI und der neue Faschismus“ anschauen – 30 Minuten, die sich lohnen!

“Empire of AI” von Karen Hao – Inside the reckless race for total domination, erschienen bei Penguin Books UK.

Nachdem ich die Eröffnungs-Keynote von Karen Hao gehört hatte, war klar, dass ich das Buch lesen muss. Damit du verstehst, warum, ist hier der Link zur „Opening Keynote: How Silicon Valley is Reshaping the World – via AI“.

“Zuhören” von Bernhard Pörksen – Die Kunst, sich der Welt zu öffnen, erschienen bei Hanser. Es ist immer wieder eine Freude, Bernhard Pörksen zu hören, so auch in diesem Jahr und ich denke, dass wir alle mehr zuhören sollten, bevor wir selbst reden.

“Radikal emotional” von Maren Urner – Wie Gefühle Politik machen, erschienen bei Droemer, jetzt als Taschenbuch. Das Buch steht schon lange auf meiner Leseliste und ihr Vortrag „Radikal hoffnungsvoll: Denn unser Hirn gibt niemals auf“ hat jetzt den letzten Anstoß gegeben, das Lesen jetzt endlich in die Tat umzusetzen.

“Wut und Wertung” von Johannes Franzen – Warum wir über Geschmack streiten, erschienen bei S. Fischer. Die Digitalisierung hat die Macht der Kunstkritik gebrochen. Es wird heute anders über Kunst, Musik, Literatur, Serien und Filme gesprochen und leider kann das auch sehr aggressiv werden. Darum ging es in seinem Vortrag „Die Rache der Konsument*innen. Streiten über Kunst und Kultur im Internet“.

“Die Verkrempelung der Welt” von Gabriel Yoran – Zum Stand der Dinge (des Alltags), erschienen bei Suhrkamp – Teresa Werner hat mich darauf aufmerksam gemacht und ich bin ganz gespannt darauf. Zur Vorbereitung schaue ich mir auf jeden Fall noch die Session „Die Entkrempelung der Welt: Warum die Dinge des Alltags schlechter werden und was wir dagegen tun können“ auf YouTube an, denn die Sinnlosigkeit vieler Produkte nervt schon und zeigt wie unnötig vieles ist.

“Lesen. Schreiben. Ein Plädoyer für ein besseres Miteinander.” von Bob Blume, erschienen bei Duden – steht schon seit Anfang des Jahres auf meiner Leseliste. Ich mag die Gedanken die Bob Blume zu Bildung und Schule teilt.

Auf der re:publica 2026 ging es um KI, die natürlich auch vor der Schule nicht Halt macht. In seinem Vortrag „Schule im AI-Slop: Wie wir dem Bullshit Szenario in der Bildung entgehen“ skizziert er drei verschiedene Szenarien, die möglich sind. Ich hoffe übrigens, dass wir als Gesellschaft bei KI ein bisschen besser hinschauen als wir es bei Social Media getan haben und zeigen, dass wir lernfähig sind.

“Feinbild Frau” von Ingrid Brodnig – Wie Politikerinnen im Netz bedroht, beleidigt und verdrängt werden – und was wir alle dagegen tun können, erschienen bei Brandstätter. Auf der re:publica 2026 ging es im Vortrag um „Gegenstrategien zum Frauenhass“ und um die Sensibilisierung dafür, was dieser Hass, der über Frauen noch einmal stärker und heftiger im Netz ausgekippt wird, anrichten kann.

“Polarisierung” von Nils C. Kumkar, Die Ordnung der Politik, erschienen bei Suhrkamp ist die Nummer 19 auf meiner re:publica 2026 Leseliste und ich vermute, dass noch ein paar Titel im Laufe der Zeit hinzukommen. Sein Vortrag „Polarisierung: Gefahr oder Motor für die Demokratie?“ hat mich davon überzeugt, dass ich mehr dazu erfahren möchte.

Praktischerweise gibt es auch die Bücherliste “Wichtige Titel von re:publica Keynote-Sprecher:innen” auf der Website des Kulturkaufhauses Dussmann, das in jedem Jahr mit einem Bücherstand auf der re:publica vertreten ist, vielleicht entdeckst du ja noch weitere Bücher, die nicht hier aufgeführt sind. Falls du noch einen Tipp hast, welches Buch noch unbedingt auf meine Leseliste zur re:publica 2026 gehört, lass gerne einen Kommentar dazu da.

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