Deutscher Buchpreis 2026

Header-Grafik zum Beitrag „Der Deutsche Buchpreis 2026": Logo des Deutschen Buchpreises, darunter in einem weißen Rahmen der Titel „Der Deutsche Buchpreis 2026" in weißer Schrift auf lila Grund, am unteren Rand der Schriftzug „Das Buchzuhause".

Aktualisiert am 13. Oktober 2026 von Antje Tomfohrde

Der Deutsche Buchpreis hat mich in diesem Jahr das erste Mal so richtig gepackt. Vielleicht lag es daran, dass ich besonders vielen der Blogger*innen für den diesjährigen Buchpreis folge, vielleicht – und ganz sicher – lag es aber daran, dass in diesem Jahr eine Auswahl für die Longlist getroffen wurde, die genau meinem Lesegeschmack entspricht. Zumindest fallen die meisten der nominierten Bücher darunter. Geschichte, Erinnerung und ihre Nachwirkungen ziehen sich als thematischer Faden durch die ausgewählten Bücher.

Jurysprecherin Cornelia Geißler, Berliner Zeitung: „Was kommt? Was bleibt? So unsicher die Gegenwart auch sein mag, erweist sie sich doch als Nährboden für eine großartige Literatur. Die sechs Romane der Shortlist zeugen davon. Sie schärfen den Blick auf Vergangenes. Sie deuten auf politische Verbrechen und zeigen den Kampf dagegen in zaghaften oder waghalsigen Schritten. Sie erzählen von Träumen und Möglichkeiten des Individuums, den eigenen Weg zu gehen, die Gesetze der Wissenschaft zu nutzen, die Freiheit der Kunst zu spüren und ein Miteinander zu erproben. Wir lesen auf vielfach unerwartete Weise von Sehnsucht, Freundschaft, Liebe und Gewalt. Wir sind begeistert davon, welch ästhetischer Reichtum in diesen Büchern steckt, welche Sprachlust. Und es gibt immer noch Grund zu lachen.“

Quelle: Cornelia Geißler, Jurysprecherin des Deutschen Buchpreises 2026, Presseinformation zur Shortlist, deutscher-buchpreis.de, 8. September 2026.

Ein paar Fakten zum Deutschen Buchpreis 2026

  • die Jury hat in diesem Jahr 205 Bücher von Verlagen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gesichtet, um sich dann auf 20 Bücher für die Longlist festzulegen
  • aus diesen 20 Büchern wurden wiederum 6 Bücher für die Shortlist ausgewählt. Am 5. Oktober 2026 wurde dann in Frankfurt der Roman des Jahres bekanntgegeben.
  • 13 Autorinnen und 7 Autoren sind nominiert worden
  • 6 Debütromane sind ausgewählt worden
  • 14 Titel erschienen bei großen Verlagsgruppen bzw. ihren Imprints, 6 bei unabhängigen bzw. mittelständischen Verlagen
  • nur 3 der Nominierten waren schon einmal für den Deutschen Buchpreis nominiert: Shida Bazyar, Heinz Strunk und Ingo Schulze
  • 18 Autor*innen stammen aus Deutschland, 1 Autor aus der Schweiz und 1 aus Österreich
  • es sind zwei Bücher bei österreichischen Verlagen verlegt (Paul Zsolnay (gehört zu Hanser) und Luftschacht Verlag) und eins bei einem Schweizer Verlag (Kein & Aber Verlag)
  • die jährlich wechselnde Jury war in diesem Jahr wie folgt zusammengesetzt:
    • Cornelia Geißler (Jurysprecherin), Berliner Zeitung
    • Theresa Donner, Buchhandlung heiter bis wolkig, Halle an der Saale
    • Jan Ehlert, NDR
    • Maha El Hissy, Literaturwissenschaftlerin
    • Emily Grunert, Literaturbüro NRW
    • Stefanie Kreuzer, Universität Kassel
    • Adam Soboczynski, DIE ZEIT
  • 20 Buchblogger*innen haben jeweils eines der Longlist-Bücher auf Instagram, YouTube, TikTok und ihrem Blog unter #Buchpreisbloggen vorgestellt. Mehr zu den Paten und Patinnen dieser Bücher findest du auf dieser Seite.

Roman des Jahres 2026

Aus den 20 nominierten Büchern wurde am Ende „Die Lücken“ von Shida Bazyar als Roman des Jahres 2026 ausgewählt. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle!

Buchcover „Die Lücken" von Shida Bazyar, Roman, Kiepenheuer & Witsch. Eine schwarz glänzende Miniatur eines Dorfes mit Kirche, die am Rand zu zerfließen scheint. Runder gelber Störer: „2026 deutscher buchpreis – Roman des Jahres".

Ausgerechnet den Roman des Jahres habe ich noch nicht gelesen, werde das aber bald nachholen und meine Rezension dann hier verlinken. Shida Bazyar schreibt über Heimat, einen fiktiven Ort im Hunsrück und stellt die Frage, auf welchem Fundament wir Heimat aufbauen.

Aus der Beschreibung des Verlages:

„Heimesbach ist eine Gemeinde, die ihre Vergangenheit aktiv verschweigt und zugleich zum Zufluchtsort für diejenigen wird, die hier Geborgenheit suchen. Der Roman führt uns durch die Jahre und die Köpfe derer, die das Dorf prägten: von jüdischen Familien, die alles verloren, über NS-Profiteure, die sich als unschuldige Mitläufer neu erfanden, bis hin zu den Familien Sharifi und Karimpour, die Jahrzehnte später aus dem Iran flüchten. Shida Bazyar gelingt ein virtuoses Erzählmosaik über die Last der Geschichte, die Lüge des Neubeginns und den Wunsch, endlich eine Heimat zu finden.“

Erschienen ist ‚Die Lücken’ bei Kiepenheuer & Witsch. Vielen Dank für das Rezensionsexemplar, das mir über NetGalley zur Verfügung gestellt wurde.

Die Shortlist-Bücher 2026

Neben dem Roman des Jahres „Die Lücken“ waren die folgenden fünf Bücher auf der Shortlist:

Buchcover „Orca" von Franziska Gänsler, Roman, Kein & Aber. Vor violettem Hintergrund halten zwei blasse Hände eine dunkelrote, glänzende, aalartige Form. Runder gelber Störer: „2026 deutscher buchpreis – Shortlist".

Wie weit würdest du gehen, um dazuzugehören? Das ist die Frage, um die sich Franziska Gänslers Roman “Orca” dreht. Cora erfährt nach ihrer Schicht hinter der Fleischtheke im Supermarkt, dass ihre Freundin Olympia verhaftet wurde. Es muss etwas Furchtbares passiert sein, so viel ist klar. Nach und nach rollt Franziska Gänsler in zwei aufeinander zulaufenden Handlungssträngen auf, was passiert ist, das Cora von ihrer Eliteschule hinter die Fleischtheke und Olympia ins Gefängnis gebracht hat. Cora steht meist außen vor, immer bemüht, sich anzupassen, um dazuzugehören. Nachdem sie Olympia während der Pandemie wieder getroffen hat und einen unvergesslichen Tag mit ihr verbracht hat, will sie mehr davon. Sie bekommt einen ganzen Sommer mit ihr. Danach muss sie um Olympias alleinige Aufmerksamkeit buhlen, denn es kommen weitere Menschen hinzu. Und während Olympia sich in der Klimaaktivist*innengruppe im Mittelpunkt wähnt, steht Cora am Rand. Um Olympia zurückzugewinnen, ist Cora bereit, weit zu gehen, zu weit.

Franziska Gänsler gelingt es, mit “Orca” eine Geschichte über Zugehörigkeit zu schreiben und sich gleichzeitig der Themen Klassismus, Klimakrise und des Frusts der jüngeren Generation anzunehmen. Dies macht sie, ohne dass sich Erzählebenen und Handlungsstränge verheddern: Sie arbeiten auf einen überraschenden Showdown hin. Das Buch steht meiner Meinung nach zu Recht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2026 und Franziska Gänsler zeigt ein weiteres Mal, wie kunstvoll sie das Zwischenmenschliche hervorheben kann, obwohl oder vielleicht gerade weil ihre Protagonist*innen nicht besonders sympathisch sind.

„Orca“ von Franziska Gänsler erschien beim Schweizer Kein & Aber Verlag. Mehr zum Buch erfährst du in meiner Rezension.

Buchcover „Schleifen" von Elias Hirschl, Roman, Zsolnay. Auf schwarzem Grund der Titel in großen, aus orangefarbenen Linien geformten, verschlungenen Buchstaben, Autorname in Weiß.

Franziska ist mal wieder an der Pest erkrankt, was aber nicht weiter schlimm ist, denn sie hat eine seltene Krankheit, bei der sie nur an den Symptomen leidet, aber nicht vom Virus selbst befallen ist. So beginnt „Schleifen“ von Elias Hirschl und lässt uns den weiteren Lebensweg von Franziska Denk ab den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts begleiten. Sie wächst recht isoliert auf, da sie sofort erkrankt, wenn sie Gesprächsfetzen hört, in denen über Krankheiten gesprochen wird. Ihre Hauptbeschäftigung ist das Lesen (natürlich nur von Literatur, in der nicht über Krankheiten geschrieben wird) und das Erlernen von Sprachen, denn ihr ist aufgefallen, dass Symptome weniger stark oder gar nicht auftreten, wenn sie in einer anderen Sprache davon erfährt. Durch einen zufälligen Brief lernt sie ihren späteren Lebensgefährten Otto Mandl kennen, mit dem sie die Leidenschaft für Sprachen und die Entwicklung einer Universalsprache teilt. „Nebenbei“ ist Otto noch Mathematiker.

Elias Hirschl schreibt aber nicht einfach nur über eine Liebesgeschichte zweier Hochbegabter, sondern jongliert in „Schleifen“ mit Sprache und erzählt Geschichten in einer Geschichte, bis mir fast schwindlig wurde und ich erstaunt feststellen musste, dass er die verschiedenen Bälle virtuos in der Luft hält, auch wenn ich manchen Ball erst beim zweiten oder dritten Lesen eines Abschnitts wiedergefunden habe. Es ist kein Buch, das sich locker an einem Nachmittag lesen lässt, es ist eher ein Buch für diejenigen, die Freude an Sprache, Wortspielen und ausschweifenden Erzählungen auch über scheinbar Nebensächliches haben (manche Fußnote geht über Seiten) und es in Ordnung finden, Abschnitte mehrfach zu lesen. Es geht um Kafka, den Wiener Kreis, Philosophen, Forscher*innen (ob echt oder erfunden, ist nicht immer ganz klar) findet Erwähnung und Außerirdische spielen eine Rolle, genauso wie ein asiatischer Tofu-Verkäufer und eine Verkehrsinsel in Japan, auf der Menschen stranden.

Dieses Buch quillt über vor Erzählfreude und Fantasie und ich bedanke mich beim Paul Zsolnay Verlag für das Rezensionsexemplar. „Schleifen“ ist übrigens mein Favorit für den Deutschen Buchpreis 2026 gewesen. Falls du noch mehr zu meinem Leseeindruck erfahren möchtest, lies gerne meine Rezension.

Buchcover „Selbstregulierung des Herzens" von Peggy Mädler, Roman, Galiani Berlin. Ein gemalter, abendlicher Garten mit Tisch und Stühlen vor einem Zaun. Runder gelber Störer: „2026 deutscher buchpreis – Shortlist".

Was weiß ich als Westdeutsche eigentlich über das Leben in der DDR? Diese Frage habe ich mir beim Lesen von Peggy Mädlers Buch “Selbstregulierung des Herzens” immer wieder gestellt. Dadurch, dass meine Familie keine Verwandten im Osten Deutschlands hatte, war ich bis zur Wende nur Zaungast. Peggy Mädler gibt mit ihrem Buch einen Einblick in das Leben in der DDR. Sie erzählt die Geschichten von Konrad, Mona, Roland, Marlies und einigen mehr, die sich durch Zufall alle eine Wochenendzuflucht in der Nähe von Berlin auf dem Land schaffen, eine “Datsche”. Wir erfahren, wie es war, in diesem Staat zu leben, welche Folgen es hatte, wenn man nicht im System lebte und wie es trotzdem möglich war, sich nicht komplett anzupassen. Es bleibt aber nicht bei der politischen Ausrichtung der einzelnen Personen, sondern es geht ums Leben allgemein, den Alltag. Wie lebte, liebte und feierte es sich und wie veränderte sich das Leben nach der Wende?

Kurzum: Ein Buch wie ein Alltagsgeschichtsbuch der DDR, das das Leben in diesem System auch für Außenstehende greifbar macht. Eine Leseempfehlung und meiner Ansicht nach nicht ohne Grund auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2026.

„Selbstregulierung des Herzens“ erschien bei Galiani Berlin und ich bedanke mich für die Zurverfügungstellung des Rezensionsexemplars über NetGalley. Und auch zu diesem Buch findest du hier auf dem Blog eine ausführliche Rezension.

Buchcover „Anton und Alma" von Dana Vowinckel, Roman, Suhrkamp. Zerknautschte blaue Bettwäsche als Hintergrund, Autorin und Titel in Rosa. Runder gelber Störer: „2026 deutscher buchpreis – Shortlist".

„Anton und Alma“ von Dana Vowinckel habe ich zwar schon gelesen, aber noch nicht rezensiert, deshalb gibt es auch hier erst einmal die Beschreibung des Verlages:

„Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren an derselben Universität – doch das ist auch schon alles, was sie verbindet. Anton entstammt einer Akademikerfamilie, Alma ist bei ihrer Mutter und ihrem lieblosen Stiefvater am östlichen Stadtrand aufgewachsen. Anton ist Jude. Alma nicht. Doch die beiden verlieben sich, ziehen zusammen, streiten und versöhnen sich, bis Anton nach New York geht, um dort seine Masterarbeit über die Massenkonversion der Chasaren zum Judentum zu schreiben. Alma bleibt allein zurück und sucht Halt in Antons Gemeinde. Erst die Ereignisse des 7. Oktober 2023 und des Gaza-Kriegs, die polarisierte Stimmung sowohl auf dem Campus als auch in seiner eigenen Familie lassen Anton zu Alma zurückkehren, bei ihr Trost und Zuflucht finden. Doch dann reißt ein tiefer Abgrund auf, und die Hoffnung auf Glück scheint ferner denn je. Anton und Alma erzählt die Geschichte einer großen Liebe in einer zunehmend gespaltenen Welt. Von der Sehnsucht nach Aufrichtigkeit und Geborgenheit, von Trauer und Verlust, von Glauben und Zugehörigkeit – und von unser aller Versuch, dem Leben einen Sinn zu geben. Ein herzzerreißender, mutiger Roman darüber, was es bedeutet, Mensch zu sein.“

Was ich schon sagen kann, ist, dass Dana Vowinckel die Zerrissenheit Antons nach dem 7. Oktober 2023 gut herausgearbeitet hat, mehr dazu bald. Der Roman erschien beim Suhrkamp Verlag, bei dem ich mich herzlich für das über NetGalley zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar bedanke.

Buchcover „Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle" von Valeria Gordeev, Roman, S. Fischer. Vor orangem Hintergrund eine Illustration von Pilzen in Brauntönen. Runder gelber Störer: „2026 deutscher buchpreis – Shortlist".

„Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle“ von Valeria Gordeev hat auf jeden Fall den Preis für den längsten Titel beim Deutschen Buchpreis 2026 verdient! Ansonsten weiß ich noch nicht viel mehr über das Buch, als beim Verlag geschrieben steht:

„Eine Familie zwischen Kyjiw, Moskau und Berlin und eine Welt, die aus den Fugen geraten ist
Sprachgewaltig, lustvoll und berauschend: Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester Lada in Berlin mit einer Sanierung, die ihr Wohnhaus unbewohnbar macht. Auch versteht sie nicht, warum ihr Bruder nach Kriegsbeginn in Moskau geblieben ist, doch steckt Konstantin bis zum Hals in Schwierigkeiten, an denen sein Patenonkel nicht unschuldig ist, ein Oligarch mit transhumanistischen Ambitionen, der auch Lada in Bedrängnis bringt. Eine Wunderkammer und ein Höllenritt.“

Sobald ich das Buch gelesen habe, werde ich es auch hier rezensieren. Bis dahin erst einmal herzlichen Dank an den S. Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar, das mir über NetGalley zur Verfügung gestellt wurde.

Die Longlist-Bücher 2026

Die folgenden Bücher wurden von der Buchpreis-Jury für die Longlist 2026 nominiert, haben es aber nicht wie die oben genannten Bücher auf die Shortlist geschafft.

Buchcover „Mit beiden Händen den Himmel stützen" von Lilli Tollkien, Roman, Aufbau. Ein gemaltes Frauengesicht in warmen Erd-, Rot- und Grüntönen, Titel in Weiß. Runder gelber Störer: „2026 deutscher buchpreis – Nominiert".

„Mit beiden Händen den Himmel stützen“ von Lilli Tollkien ist für mich eines der Highlights der Longlist bzw. ein Jahreshighlight, genauso wie „Schleifen“, „Orca“ und „Selbstregulierung des Herzens“ übrigens. Es ist ein ganz besonderes und außergewöhnliches Buch, allerdings ist es auch wirklich heftig. Es beginnt in den 80er Jahren in Berlin-Kreuzberg. Lale wächst in einer Männer-WG auf, in der Revolutionen geplant werden, ständig wechselnde Freundinnen ein- und ausgehen und Alkohol und andere Drogen konsumiert werden. Nicht der ideale Ort, um als Kind aufzuwachsen, auch nicht für Lale. Sie erlebt Dinge, die kein Kind erleben sollte. Die WG-Bewohner sind nicht in der Lage, sich angemessen um ein Kind zu kümmern, sehen nicht, dass ihr Verhalten und Zusammenleben keine Umgebung ist, in der sich ein Kind gut entwickeln kann. Natürlich bemerkt auch niemand den sexuellen Missbrauch. Es hat mich so wütend gemacht, wie dieses Mädchen vernachlässigt wurde und emotional niemals aufgebaut wurde. Es ist ein autofiktionaler Roman, was es noch einmal heftiger macht und beim Lesen immer wieder das Gefühl auslöst, Lale aus der WG zu holen. Die Geschichte hat mich voll in der Magengrube getroffen, und trotzdem kann ich nur sagen: Was für ein Buch!

Das Lesen schmerzt und trifft, denn kein Kind sollte so groß werden müssen. Ich bin immer noch wütend über die Verantwortungslosigkeit der Erwachsenen und wie wenig sie auf die Bedürfnisse des Kindes geachtet haben, ja, welchen Schaden sie ihm zugefügt haben.

Es wurde zu Recht für die Longlist des Deutschen Buchpreises 2026 nominiert und es freut mich, dass Lilli Tollkien mit ihrem Debüt als Finalistin beim „ZDF-aspekte“-Literaturpreis 2026 dabei ist. Gewonnen hat den „ZDF-aspekte-Literaturpreis 2026“ dann übrigens Valeria Gordeev mit „Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle“. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle!

Buchcover „Memories of Heidelberg" von Heinz Strunk, Roman, Rowohlt. Eine nostalgische Illustration: Blick durch grünes Blattwerk auf das Heidelberger Schloss und die Altstadt. Roter Aufkleber „SPIEGEL Bestseller Platz 1".

Und nun kommt „Memories of Heidelberg“ von Heinz Strunk aus dem Rowohlt Verlag. Was soll ich sagen? Der Ausflug ins malerische Städtchen am Neckar konnte mich nicht so richtig überzeugen, obwohl ich Heinz Strunks Bücher meist recht unterhaltsam finde und „Fleisch ist mein Gemüse“ eines meiner Lieblingsbücher ist.

Bertram und Isolde sind in Heidelberg, um den Geburtstag von Isoldes Mutter zu feiern. Doch daraus wird nichts, denn die Mutter muss ins Krankenhaus. Natürlich bleiben die beiden trotzdem vor Ort, Isolde geht täglich ins Krankenhaus und Bertram bleibt mit seinem Vorrat an Mandelintermezzo und seinen Gedanken allein. Die Gedanken kreisen hauptsächlich ums Essen und um seine in die Jahre gekommene Beziehung mit Isolde, die ein bisschen garstig zu ihm ist und auch keine Lust mehr auf ihn hat.

Was soll ich sagen? Strunks Beobachtungsgabe ist fein und er beschreibt vieles bis ins oftmals Ekelhafte, allerdings bleibt die Boshaftigkeit und Spritzigkeit der Gespräche zwischen Isolde und Bertram hinter meinen Erwartungen. Er schafft es, Bertram immer mal wieder englische Ausdrücke wie „hot“ zum falschen Zeitpunkt in den Mund zu legen und setzt so (hoffentlich) eine kleine Spitze gegen uns etwas Ältere, wenn wir mal wieder einen englischen Ausdruck falsch benutzen (wie oft habe ich wohl schon „weird“, „random“, „cringe“ usw. völlig falsch genutzt). Aber insgesamt konnte es mich nicht begeistern und war nicht meins.

Cover von „ANTI MÜLLER“ von Yade Yasemin Önder: Eine weiße, geisterhafte Figur mit roten Augen und blutrot tropfenden Tentakeln vor einem lila Hintergrund.

Bis ich „Anti Müller“ von Yade Yasemin Önder gelesen habe, nehme ich die Beschreibung des Verlages:

„In ihrem neuen Roman erzählt Yade Yasemin Önders seziert mit großer poetischer Präzision die Mechanismen moderner Beziehungen. Im Zentrum steht eine Mittdreißigerin, die um eine Beziehung, ihren Wunsch nach Familie und ihren Drang nach Geborgenheit kämpft. Doch Anti Müller erzählt nicht nur von der Suche nach Liebe und Nähe. Dieser Roman nimmt auch einen vermeintlich feministischen Kulturbetrieb ins Blickfeld, der nach wie vor den Männern die Regie überlässt. Unter den lackierten Nägeln der sanften Vollstrecker verkrusteter Strukturen lauert noch immer der Schmutz des Patriarchats. Mit sprachlicher Genauigkeit legt Yade Yasemin Önder offen, wie sich diese Machtverhältnisse in Beziehungen, im Kulturbetrieb und im Umgang mit weiblichen Körpern fortschreiben. Anti Müller verbindet die persönliche Geschichte einer Mittdreißigerin mit einer scharfen Analyse gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Der Roman fragt, wie frei Beziehungen wirklich sind und wer bestimmt, was auf den Bühnen und über die Körper geschieht.“

Vielen Dank an park x ullstein für das Rezensionsexemplar, das mir über NetGalley zur Verfügung gestellt wurde!

Buchcover „Aus anderem Holz" von Giuliano Musio, Roman, luftschacht. Auf cremefarbenem Grund die Illustration eines orange-blauen Radiergummis. Runder gelber Störer: „2026 deutscher buchpreis – Nominiert".

Ein Buch, über dessen Nominierung ich mich besonders gefreut habe, ist „Aus anderem Holz“ von Giuliano Musio. Es erzählt die Geschichte von Pinocchio weiter und Giuliano Musio ist der einzige Schweizer Autor unter den Nominierten. Hinzu kommt, dass mit dem Luftschacht Verlag einer der kleineren Indieverlage nominiert wurde. Trotzdem habe ich es noch nicht geschafft es zu lesen und greife erst einmal auf die Beschreibung des Verlages zurück:

„Gegen Ende der Achtzigerjahre stürzt in einem italienischen Küstenort ein Friedhof ins Meer. Eine Urne, die an den Strand gespült wird, gibt ein Geheimnis preis: Der fünfundzwanzigjährige Pinò erfährt, dass sein Vater vor ihm schon einen anderen Sohn hatte. Als Pinò bewusst wird, dass er immer nur als Ersatz gedacht war, beginnt er die verschwiegene Vergangenheit seines Vaters zu erforschen. Doch dabei riskiert er, dass auch sein eigenes Geheimnis aufgedeckt wird. Die rätselhaften Merkmale seines Körpers drohen ihn zu verraten: Sein Bauchnabel fehlt, seine Stimme erzeugt keinen Widerhall, sein Atem hinterlässt in der Kälte keine Spur. Denn Pinò war nicht immer ein Mensch.In Aus anderem Holz interpretiert Giuliano Musio den Pinocchio-Stoff neu. Aus der Puppe ist ein junger Mann geworden, aber das Menschsein ist ihm fremd geblieben. Ein Roman über die Last der Herkunft und die Sehnsucht nach Selbstbestimmung.“

Vielen Dank auch an den Luftschacht Verlag, dass mir ein Rezensionsexemplar über NetGalley zur Verfügung gestellt wurde!

Buchcover „Glaszeit" von Leh-Wei Liao, Roman, Luchterhand. Autorname und Titel in weiten Linienbuchstaben vor einem verschwommenen, bläulich-rosa Hintergrund. Runder gelber Störer: „2026 deutscher buchpreis – Nominiert".

„Glaszeit“ von Leh Wei Liao erschien bei Luchterhand und ist ein weiteres Debüt, das nominiert wurde. Auch dieses Buch habe ich noch nicht gelesen, von daher greife ich wieder auf die Beschreibung des Verlags zurück:

„Überlebensgroß. Auf einem Werbedisplay in der unterirdischen Taipei Mall. So sieht die junge Ärztin Novana ihre Mutter wieder, die taiwanische Künstlerin March. Achtzehn Jahre ist es her, dass March sie ohne jede Erklärung in Deutschland zurückließ. Alles, was Novanas Leben zuletzt bestimmt hat, verblasst angesichts dieses unerwarteten Wiedersehens: ihr Wunsch nach einem Neuanfang, der sie aus Köln weggehen ließ. Der Alltag auf der Neugeborenen-Intensivstation in Taipei. Die Nächte, in denen sie schlaflos durch die Millionenstadt streift. Dann lernt Novana auf einem Karaokeabend Sihan kennen. Eine furchtlose Aktivistin – lebendig, entschlossen. Novana fühlt sich zu ihr hingezogen, und etwas, das längst verloren schien, kehrt in ihr Leben zurück: die Möglichkeit von Nähe. Eindringlich und radikal klar erzählt Leh-Wei Liao von widerständigen Frauen, von Begehren und Verletzungen und der unsicheren Zukunft Taiwans – und stellt die Frage, wofür es sich zu kämpfen lohnt.“

Buchcover „Gulistan" von Karosh Taha, Roman, DuMont. Autorname und Titel in rot auf hellem, stofflich wirkendem Hintergrund, in dem sich schemenhaft eine Hand abzeichnet. Runder gelber Störer: „2026 deutscher buchpreis – Nominiert".

Nach einem ersten Blick ins Buch möchte ich „Gulistan“ von Karosh Taha unbedingt lesen, es verspricht nicht nur von der Erzählung selbst, sondern auch vom Erzählstil vielversprechend zu sein. Bis ich das bestätigen kann, gibt es hier nur die Beschreibung des Verlags für einen ersten Eindruck:

„Gulistan lebt mit ihrem Mann Çiya in einem Land, das sie anfeindet für ihre Sprache, ihr Denken, ihr ganzes Sein. Unter dem diktatorischen Regime Saddam Husseins werden sie als Kurden verfolgt. Als Çiya verschwindet, begibt Gulistan sich auf die Suche nach ihm. Nichts kann ihren Willen brechen, ihren Geliebten wiederzufinden, auch wenn ihr immer wieder das Ausmaß ihrer eigenen Ohnmacht vor Augen geführt wird. Schließlich begegnet sie Çiya bei einer Versammlung inmitten einer Menschenmasse wieder – in der Uniform des Diktators, als dessen Doppelgänger. Gulistan wird verhaftet und verliert zunehmend den Verstand, doch entwickelt umso stärkere Widerstandskräfte, nicht erst, als sie von ihrer Schwangerschaft erfährt. Wie soll man nicht dem Wahn verfallen angesichts einer Diktatur, die Wahrheiten verdreht, den Menschen alles nimmt und nichts kennt als die Sprache der Gewalt? Karosh Taha schreibt über die Angst in den Straßen, die Grausamkeit eines paranoiden Systems und den Widerstand durchs Erzählen, vielstimmig, lyrisch, dicht.“

Vielen Dank auch hier an den DuMont Verlag, dass ihr mir ein Leseexemplar über NetGalley zur Verfügung gestellt habt!

Buchcover „King Cobra" von Muri Darida, Roman, dtv. Ein Stillleben mit Sonnenblumen in einer Vase, Obst, einer Honigbär-Flasche, einer Porzellankatze und einem alten Radiorekorder. Runder gelber Störer: „2026 deutscher buchpreis – Nominiert".

Auch „King Cobra“ von Muri Darida habe ich noch nicht gelesen, werde es aber noch tun und bis dahin gibt es auch hier erst einmal die Beschreibung des Verlags:

„Lazi sitzt im Zug nach Budapest und hat ein Ziel: Das Gewehr des Großvaters András, der während des Ungarnaufstands 1956 nach Argentinien fliehen wollte, aber in Eppingen landete. Im ungarischen Dorf erwarten Lazi unberechenbare Tanten, unzählige Schnäpse und die Großcousine Zsófi, die Lazi das Schießen beibringt. Nur Mónika, die Schwester der Mutter, versteht, was Lazis veränderter Körper zu bedeuten hat, nur sie ahnt den wahren Grund für Lazis Rückkehr: Rache üben, Gerechtigkeit finden. Auf der Suche nach dem Ursprung der Gewalt in der Familiengeschichte trennt Lazi eine Naht aus Scham und Schweigen auf. Hat schließlich das Gewehr des Großvaters und alle Fäden der Erzählung in der Hand. Und trifft eine Entscheidung. ›King Cobra‹ erzählt zwischen Humor, Zärtlichkeit und Wut vom Widerstand gegen das Schweigen und davon, dass die Liebe kein Bluthund ist.“

Vielen Dank schon einmal an dieser Stelle für das Rezensionsexemplar an dtv und NetGalley!

Buchcover „Liefern” von Tomer Gardi, Roman, Tropen. Auf blauem Grund ein großer orangefarbener Kartenpin, in dem ein Lieferfahrer auf einem Motorroller zu sehen ist. Runder gelber Störer: „2026 deutscher buchpreis – Nominiert”.

„Liefern“ von Tomer Gardi finde ich von der Thematik her so wichtig, weil es viel zu selten angesprochen wird und wir vielleicht auch gar nicht so viel darüber nachdenken wollen, wenn wir etwas bestellen. Gelesen habe ich es noch nicht, deshalb gibt es hier erst einmal die Beschreibung von der Verlagsseite:

Sie sind überall, wir sehen sie jeden Tag. Egal ob in Delhi, Tel Aviv, Buenos Aires, Istanbul oder Berlin, überall schwirren sie durch die Städte: Essenslieferanten. Tomer Gardi verbindet ihre Geschichten zu einem weltumspannenden Gegenwarts-Epos. »Liefern« erzählt von Rassismus und Ausbeutung, von Liebe, Familie und der großen Sehnsucht nach Verbundenheit. So gegenwärtig, so international, so politisch und leichtfüßig zugleich war lange kein deutscher Roman.
Der Roman entstand in Zusammenarbeit mit Anne Birkenhauer, die auch den Teil »Mimesis« aus dem Hebräischen übersetzt hat. Filmon, der aus Eritrea nach Tel Aviv geflüchtet ist, arbeitet als Lieferant. Er will genug Geld sammeln, um seiner Frau und Tochter nach Berlin zu folgen. Sein Job ist immer in Gefahr, er hat keine Arbeitserlaubnis und fährt unter falschem Namen. Seine Frau und Tochter lernen Deutsch bei Nina im Bildungszentrum, die zu einem Austauschsemester nach Delhi reist, wo sie sich in den Argentinier Ramón verliebt. Der Erzähler fährt nach Istanbul, um nach einer Gaunerei bei einem Literaturpreis das Preisgeld zu verprassen. Und in Buenos Aires muss Ramóns Mutter mit der Abwesenheit ihres Sohnes fertig werden. »Liefern« ist eine literarische Weltreise in sechs Episoden und eine Feier der Erzählkunst, wie sie nur Tomer Gardi veranstalten kann: tiefgründig und humorvoll, mit politischer Sensibilität und literarischer Verve.“

Vielen Dank an den Tropen Verlag, der mir ein Leseexemplar über NetGalley zur Verfügung gestellt haben!

Buchcover „Das Wasser im August” von Ingo Schulze, Roman, S. Fischer. Ein hell-blau getupfter, abstrakter Hintergrund, Autorname in Weiß, Titel in Dunkelblau. Roter Aufkleber „SPIEGEL Bestseller”.

Das Wasser im August von Ingo Schulze werde ich nicht lesen, aber natürlich gibt es auch hier die Beschreibung des Verlags (S.Fischer), damit du dir einen Eindruck verschaffen kannst:

„Eingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler im Juni 2025 nach Mecklenburg, in jene seenreiche Landschaft, die er im Sommer 1979, von dem sein Lesungstext handelt, den »Norden« genannt hat. Eine unerwartete Begegnung scheint seine Novelle lebendig werden zu lassen, und wirft damit die Frage auf, was war und was wirklich ist. War er damals zu jung und zu unbeschwert für die große Liebe, und ist sie heute zu alt? Sind nur Illusionen und Utopien verloren gegangen oder auch Ansprüche und Hoffnungen, die einer Gegenwart fehlen, in der die alte Angst vor einem Krieg wieder real erscheint? Vielleicht ist die Liebesgeschichte in »Das Wasser im August« auch eine Schule des Sehens, des Erkennens und Schreibens, und der Versuch, sich der Welt, der Menschen und der eigenen Geschichte so genau und so lebendig wie möglich zu versichern. Eine Rückkehr zu den Ursprüngen des eigenen Schreibens – die Erinnerung an einen Sommer des Jahres 1979, in dem das Leben noch offenstand.“

Buchcover „Nelka” von Svenja Leiber, Roman, Suhrkamp. Eine gemalte Darstellung aufgeschnittener Äpfel und Birnen in kräftigen Farben. Runder gelber Störer: „2026 deutscher buchpreis – Nominiert”.

„Nelka“ von Svenja Leiber hingegen werde ich auf jeden Fall lesen, ich hatte es schon Anfang des Jahres auf die Liste der interessanten Neuerscheinung 2026 gesetzt. Da ich es aber noch nicht gelesen habe, kommt hier die Beschreibung vom Suhrkamp Verlag, bei dem es verlegt ist:

„Lemberg, 1941. Nelka wird verschleppt und zur Arbeit auf einem norddeutschen Gutshof gezwungen. Ihr Vater hatte sie früh im Obstbau unterrichtet, schon als Kind half sie ihm beim Veredeln der Apfelbäume. Dieses Wissen schützt sie nun zunächst vor den Zudringlichkeiten des Gutsverwalters: Sie plant den Apfelanbau für ihn, und die Plantagen bescheren ihm nach dem Krieg ein Vermögen. Jahrzehnte später kehrt Nelka an den Ort ihres Leidens zurück. Sie will, dass Marten sich an das erinnert, wovon sie selbst sich endlich befreien muss. In ihrem hochgelobten Roman macht Svenja Leiber sichtbar, welche Spuren der Zweite Weltkrieg und Zwangsarbeit bis in die Gegenwart und Landschaften hinein hinterlassen haben. Sie erzählt von Frauen, deren Wissen und Körper ausgebeutet wurden, die sich in Freundschaft verbanden und sich so gegen Erniedrigung und Brutalität stemmten. Nelka beleuchtet ihre Schicksale hellwach und sensibel – und bewahrt die Erinnerung an sie.“

Buchcover „Parasiti” von Alisha Gamisch, Roman, Voland & Quist. Ein dunkler Hintergrund mit pink-grünem Pflanzen-/Blütenmuster, Titel in großen weißen Lettern. Runder gelber Störer: „2026 deutscher buchpreis – Nominiert”.

Alisha Gamisch wurde mit ihrem Debütroman „Parasiti“ gleich für die Longlist des Deutschen Buchpreises 2026 und die Hotlist 2026 nominiert, was für ein toller Einstand! Wovon das Buch handelt, beschreibt der Verlag so:

„Ein Brief sorgt für Aufruhr im Leben von Rina, ihrer Tante Valli und ihrer Großmutter Lydia: Von einem Tag auf den anderen verstummt die Großmutter. Rina beginnt, Fragen zu stellen – und bringt gegen alle Widerstände ein Gespräch zwischen den Generationen in Gang. Denn sie ahnt, dass sie von ihrer Familie nicht nur die eckige Figur und die Vorliebe für Vorabendserien geerbt hat, sondern auch ihre Ängste und Unsicherheiten. Zwischen Novosibirsk der 1960er Jahre und dem Fürstenfeldbruck einer nahen Gegenwart folgt Alisha Gamisch in ihrem Debütroman den Lebenswegen dreier russlanddeutscher Frauen.“

Vielen Dank an den Verlag Voland & Quist, der mir ein Rezensionsexemplar via NetGalley zur Verfügung gestellt hat!

Buchcover „Sanditz” von Lukas Rietzschel, Roman, dtv. Vor türkisem Hintergrund ein herabstoßender Rabe mit ausgebreiteten Flügeln. Roter Aufkleber „SPIEGEL Bestseller” und runder gelber Störer: „2026 deutscher buchpreis – Nominiert”.

Sanditz von Lukas Rietzschel ist ein weiteres Buch, das ich auch ohne die Longlist des Deutschen Buchpreises 2026 lesen wollte. Da ich es noch nicht getan habe, kommt erst einmal die Beschreibung des Verlages, bis ich eine Rezension veröffentlicht habe:

„Sanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler, Orgelbauer, Fliesensammler, Lokaljournalistinnen, selbsternannte Widerständler, Träumerinnen, Frührentner, Kinder, Liebespaare, verhuschte Archivare und die Familie Wenzel. Warmherzig und multiperspektivisch verwebt Lukas Rietzschel die Erzählung der Familie und der Sanditzer Stadtbewohner zu einem Panorama deutscher Geschichten – vom Ende der DDR bis in die jüngste Gegenwart, vom Besetzen der örtlichen Stasi-Zentrale bis zum Kampf eines Freiwilligen in der Ukraine, vom Abrackern auf westdeutschen Baustellen bis zum isolierten Inseldasein während der Corona-Epidemie.  Ein Roman über Aufbruch und Niedergang, Gelingen und Scheitern des Aufruhrs, Freundschaft und Familie in umwälzenden Zeiten, über den Wunsch nach Zugehörigkeit und die Sehnsucht nach Freiheit.“

Vielen Dank an dtv für das Zurverfügungstellen eines Leseexemplars über NetGalley!

Buchcover „Unerwünschte Töchter” von Miriam Carbe, Roman, Hanser. Vor petrolfarbenem Hintergrund mehrere sich kreuzende Perlenketten, Autorin und Titel in Gelb. Runder gelber Störer: „2026 deutscher buchpreis – Nominiert”.

Unerwünschte Töchter von Miriam Carbe ist ein weiteres Debüt auf der Longlist des Buchpreises. Die Autorin ist mit 59 Jahren die älteste Debütantin beim Deutschen Buchpreis 2026 und zeigt, dass es immer möglich ist, mit dem Schreiben zu beginnen. Inhaltlich fasst der Verlag das Buch so zusammen:

„Vier Frauen, ein deutsches Jahrhundert und die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben: Miriam Carbes großer, mitreißender Familienroman. Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit. Sie stammen aus dem Bildungsbürgertum Dresdens, die Männer und Väter fallen in den Weltkriegen. Zum schlimmsten Zerwürfnis kommt es nach der Übersiedlung in den Westen, als die hochintelligente, labile Enkelin Monika in den Sechzigerjahren gegen alle Widerstände ein uneheliches schwarzes Kind zur Welt bringen will. Die Autorin selbst ist dieses Kind. Menschlich, eindringlich und mitreißend macht Miriam Carbe ein ganzes Jahrhundert erlebbar. Wer dieses Buch liest, begegnet sich selbst und den eigenen Familiengeschichten. Episch und epochal – ein Meisterwerk.“

Danke schön an den Hanser Verlag, der mir dieses Buch über NetGalley zur Verfügung gestellt hat!

Buchcover „Wer möchte nicht im Leben bleiben” von Helene Bukowski, Roman, claassen. Ein oranger Mittelstreifen mit Titel vor einem schwarz-weißen Hintergrund mit historischen Tier-/Bärendarstellungen. Runder gelber Störer: „2026 deutscher buchpreis – Nominiert”.

„Wer möchte nicht im Leben bleiben“ von Helene Bukowski ist ein weiteres Buch, das in der DDR spielt und wurde mir von sehr vielen Menschen empfohlen, ich bin gespannt, wie es mir gefallen wird. Der Verlag beschreibt es so:

„Ein Aufbegehren gegen die Einsamkeit: Helene Bukowski erzählt die Geschichte einer jungen Pianistin, deren Leben zwischen Neubrandenburg, Berlin und Moskau von Musik, familiären Erwartungen, Krankheit und dem Wunsch nach Glück geprägt ist. 1985 nimmt sich eine junge Pianistin in Neubrandenburg das Leben. Jahrzehnte später stößt die Schriftstellerin Helene Bukowski auf ihre Geschichte. Behutsam nähert sie sich Christina, sucht in ihrer Biografie nach Rissen und Erschütterungen, aber auch nach Augenblicken großen Glücks. Sie lernt einen Vater kennen, der in der Tochter seine eigenen Träume verwirklichen will, eine Mutter, die es liebt, zu fotografieren, und ein Klavier, das unverrückbar in der Wohnung steht. Bukowski folgt Christina nach Berlin, an die Spezialschule für Musik, mit ihren kalten Übungsräumen und dem täglichen Drill. Später nach Moskau, zum Studium am Konservatorium, durch sturzbachartigen Regen und Nächte voller Schnee. Und sie findet eine Krankheit, für die es erst heute eine Diagnose gibt.“

Vielen Dank an den claassen Verlag, der mir ein Leseexemplar über NetGalley zur Verfügung gestellt hat.

Nach und nach werde ich die genannten Bücher lesen und die Rezensionen hier einpflegen, es lohnt sich also immer mal wieder auf dem Blog hier vorbeizuschauen oder du abonnierst ihn einfach. Dann bekommst du bei jedem neuen Beitrag eine Mitteilung.

Mehr zum Buchpreis findest du natürlich auf der Website des Deutschen Buchpreises und hier auf dem Blog habe ich mal aufgeschrieben, wie ich die ersten zwanzig Jahre des Deutschen Buchpreises begleitet habe: Der Deutsche Buchpreis und ich: 2005 bis 2025.

Hattest du einen Favoriten für den Buchpreis 2026 oder interessieren dich Buchpreise gar nicht so sehr? Lass gerne einen Kommentar da, deine Meinung interessiert mich.

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